Neuer Heftteil db-Metamorphose erschienen

Vorhang auf!

Theater, Oper, Konzert, Show: Die Darbietungen des Kulturbetriebs verlangen nach hoch spezialisierten Räumen mit modernster Technik. Viele Spielstätten sind jedoch in die Jahre gekommen und bedürfen einer Runderneuerung. Vier Beispiele zeigen, wie es gelingen kann, sich auf die Eigenheiten eines alten Gebäudes einzulassen und es gleichzeitig für die Erfordernisse heutiger Aufführungspraxis flott zu machen.

Diesem Thema widmet sich der aktuelle Heftteil db-metamorphose in Ausgabe 06.2017 der db.

AUS DEM INHALT:

FOKUS
Bühnen in Deutschland

THEATERZENTRUM»KRAFTWERK MITTE« IN DRESDEN
{pfp architekten

Ohne Zweifel, die Dresdner »Traditionsinsel« rings um die Frauenkirche ist ein äußerst erfolgreiches Marketingkonzept. »Dort rammelt alles hin«, grummelt der Sachse – und macht einen Bogen um den Touristen-Hotspot. Doch nun gibt es einen weiteren kulturellen Nukleus, der ihm und auswärtigen Kulturbeflissenen eine wohltuend niveauvolle Alternative anbietet: das Kulturkraftwerk am Wettiner Platz.

KULTURPALAST IN DRESDEN
{gmp von Gerkan, Marg und Partner

Der amtliche Denkmalschutz hat nun auch die „Ostmoderne“ der ehemaligen DDR fest in den Griff genommen. Beim Dresdner Kulturpalast blieben Hülle und äußere Raumschicht weitgehend erhalten und wurden mit großem Aufwand restauriert. Der Kern des Hauses dagegen, der einstige Mehrzwecksaal, machte einem reinen Konzertsaal Platz.

JUGENDHAUS »DYNAMO« IN ZÜRICH (CH)
{Kaufmann Widrig Architekten

Jugendhäuser sind seit den Unruhen 1980 ein heikles Thema in der Schweiz. Die Konzerte damals von Bob Marley oder Jimmy Cliff gerieten zur gewalttätigen Auseinandersetzung mit den Behörden und einem Ringen um Gelder für die Jugend und ihre Kultur. Inzwischen fördert die Stadt Zürich das Zentrum »Dynamo« nach Kräften. Kaufmann Widrig Architekten ist der Spagat gelungen, den Veranstaltungsort bei laufendem Betrieb umfangreich zu sanieren.

»THÉÂTRE L‘ORIENTAL« IN VEVEY (CH)
{architecum D. Furrer, Marion Zahnd

Was einst als Kirche nur im Hinterhof existierte, ist nun als Theater zur Straße hin sichtbar geworden: Mit Fingerspitzengefühl haben die Planer von architecum einem unscheinbaren Bauwerk in Vevey zu Glanz verholfen. Das schmale Budget führte zu einem besonderen Konzept für den Umgang mit dem Bestand.

ENERGETISCH SANIEREN
Fördermittel im Bereich der energetischen Sanierung

Sich im Dschungel der Förderprogramme zu orientieren, fällt selbst gestandenen Architekten häufig schwer. Dabei ist gerade hier der Durchblick besonders wichtig, denn die vielen Fördermöglichkeiten bieten vielfältige Chancen – v. a. für die energetische Sanierung. Mit einigem Grundwissen, Kenntnis mancher Besonderheiten und somit dem richtigen Vorgehen kann man sich aber gut zurechtfinden.

SCHWACHSTELLEN
Wasserschäden in Isolierglas

Isolierglas steht für Wärmeschutz, Sonnenschutz und Schallschutz, ebenso für Einbruch- und Durchschusshemmung, Strahlen- und Vogelschutz. Außerdem ist Isolierglas als Photovoltaikträger, als schaltbares Glas, Heizung und Lautsprecher gut geeignet. Doch Isolierglas hat eine Schwäche: den Randverbund. Hier werden zwar immer neue Lösungen (für Einzelaspekte) gefunden, dennoch bleibt auch Bauen mit Glas ein Umgang mit dem Wasser, wie alles Bauen seit 2 000 Jahren.

VERKANNTE PERLE
Florey Building in Oxford (GB)

Eines der Hauptwerke von James Stirling ist das Studentenwohnheim, das er 1966-71 im Stadtzentrum von Oxford verwirklichte. Nach jahrelanger Vernachlässigung wird es nun runderneuert. Doch überzogene Nutzungswünsche des Bauherrn verfremden das Denkmal.