Neuer Heftteil db-Metamorphose erschienen

Bauen für die Politik

In der Septemberausgabe nehmen wir Orte demokratischen Austauschs unter die Lupe – vom Landtag bis zum Rathaus. Wie lassen sich in die Jahre gekommene Parlaments- und Regierungsbauten für den heutigen Politikbetrieb anpassen?

Diesem Thema widmet sich der aktuelle Heftteil db-metamorphose in Ausgabe 09.2017 der db.

AUS DEM INHALT:

FOKUS
Demokratisches Bauen

Transparenz und Offenheit haben sich in den vergangenen Jahrzehnten zum dominierenden architektonischen Thema im deutschen Parlamentsbau entwickelt. Die Zeit ist reif für ein neues Leitmotiv.

HAUS DES LANDTAGS IN STUTTGART
{Staab Architekten, Henning Larsen Architects

Deutschlands erster Parlamentsneubau nach dem Zweiten Weltkrieg ist kürzlich umfassend modernisiert worden. Staab Architekten zeigen, wie man für mehr Tageslicht und mehr Aussicht sorgen und dennoch den Charakter eines Baudenkmals bewahren kann. Und Henning Larsen Architects schufen unauffällig Platz für ein neues Bürger- und Medienzentrum.

HAUS DER PROVINZ NORDBRABANT IN ’S HERTOGENBOSCH (NL)
{KAAN Architecten

Das niederländische Pendant zu den deutschen Bundesländern sind die Provinzen. Nordbrabant hat nun seinen Parlaments- und Verwaltungssitz runderneuert. KAAN Architecten sorgten dabei für mehr Bürgernähe und gaben den Büros eine Struktur, die für deutsche Ämter gänzlich untypisch ist.

BÜRGERHAUS IN GENT-LEDEBERG (B)
{architecten de vylder vinck taillieu

de vylder vinck taillieu gehören zu den unkonventionellsten Architekten Belgiens. Furchtlos kombinieren sie Materialien und Formen zu collageartigen Räumen. Bei ihrem Umbau eines klassizistischen Rathauses zum Bürgerzentrum war Purismus kaum zu erwarten: Die wechselvolle Geschichte des Gebäudes selbst diente als Anlass für eine überraschende Verjüngungskur.


ENERGETISCH SANIEREN
Sanierung der Uhlandschule in Stuttgart auf Plusenergiestandard

Im Stuttgarter Stadtteil Rot konnten Schüler und Lehrer nach dreieinhalbjähriger Sanierungsphase in diesem Frühjahr wieder ihre Grund- und Werkrealschule in Beschlag nehmen. Ein gewisser Stolz ist beim Bauherrn und den Baubeteiligten unverkennbar, denn die Uhlandschule gilt fortan als Vorzeigeprojekt: Sie belegt, dass Bildungsstätten aus der Nachkriegszeit durchaus das Potenzial für den Wandel zur Plusenergieschule haben, ohne das verfügbare Budget über Gebühr zu strapazieren.

SCHWACHSTELLEN
Schimmelprävention in Planung, Bauleitung und Ausführung

Weil sich bis heute niemand verantwortlich mit dem Thema Feuchtigkeit oder einem Feuchtemanagement beim Neubau beschäftigt und bei Bedarf korrigierend in Planungs- und Bauabläufe eingreift, sind in vielen Neubauten verdeckte Feuchte- und Schimmelschäden zu erwarten. Mittlerweile lassen die Erfahrungen von spezialisierten Gutachtern erkennen, dass Umfang und Intensität solcher Schäden die wesentlichen Kosten- und Risikofaktoren bei der Errichtung eines Gebäudes darstellen. Wegen (sehr) hoher Schadenspotenziale wird Prävention zum »Muss« – und dies auf allen Ebenen von der Planung über die Bauleitung und Ausführung bis hin zur Aufklärung der Bauherren – denn will man ausreichende Trocknungszeiten sicherstellen, kann kein Gebäude innerhalb von wenigen Monaten fertiggestellt und bezogen werden.

HISTORISCHE BAUTECHNIKEN
Gründungen

Nein, »auf Sand gebaut« sollten Gebäude nicht sein, weder mächtige Kathedralen noch die einfache Almhütte. Die Ausbildung einer soliden Gründung ist Voraussetzung für die Standsicherheit eines Gemäuers.

VERKANNTE PERLE
Büro- und Geschäftshaus in Hannover

Der für Hannover bedeutende Nachkriegsarchitekt Ernst Friedrich Brockmann entwarf filigrane Konstruktionen, experimentierte mit Vorhangfassaden, hob Parkdecks auf hochgelegene Ebenen, erprobte Hängehäuser und auf V-Stützen gelagerte Volumen. Jammerschade, dass einige seiner prägenden Gebäude durch nachlässigen Umbau ins Mittelmaß abrutschen – wie jüngst geschehen bei einem Geschäftshaus im Stadtzentrum.