Neuer Heftteil db-Metamorphose erschienen

Wohnhochhaus im Wandel

In fast jeder Kommune ragt irgendwo ein Wohnturm aus vergangenen Tagen in die Stadtsilhouette. Wie meistern Architekten bei der Modernisierung den Spagat zwischen Aufwertung einerseits und Bewahrung preiswerten Wohnraums andererseits?

Diesem Thema widmet sich der aktuelle Heftteil db-metamorphose in Ausgabe 03.2018 der db.

AUS DEM INHALT:

FOKUS
Potenziale der Vertikalen

Was Le Corbusier einmal als Zukunftsvision beschrieben hat, ist längst Alltag: das Leben im Hochhaus. Derzeit werden wieder mehr neue Wohntürme errichtet, doch v. a. stellt sich die Frage, wie sich gealterte Exemplare sinnvoll modernisieren lassen.

WOHNHOCHHAUS KLEIBURG IN AMSTERDAM (NL)
{NL Architects, XVW Architecten

Eine 70er-Jahre-Hochhausscheibe war so heruntergewirtschaftet, dass sie für einen Euro den Besitzer wechselte. Dem gelang ein wirtschaftlicher und sozialer Neuanfang: dank einer Rückbesinnung auf die ursprünglichen Architekturqualitäten und eines Verkaufs der einzelnen Wohnungen zum Selbstausbau.

WOHNHOCHHÄUSER SAINT HILAIRE IN LORMONT (F)
{LAN

Stadterneuerung statt Abriss: Für drei Wohnhochhäuser aus den 60er Jahren an der Banlieue von Bordeaux entwickelten die Architekten von LAN eine Doppelstrategie: Sie entwarfen eine einfache und zugleich elegante neue Fassadenhülle, die das Ensemble aufwertet und mit vergrößerten Loggien die Wohnqualität für die Mieter erhöht. Und sie gestalteten den Außenraum. Ein Beispiel für die Wandlungsfähigkeit von großen Sozialwohnbauten.

WOHNHOCHHAUS IM MAGISTERPARKEN IN AALBORG (DK)
{C. F. Møller

Die Hochhäuser in Aalborg kann man beinahe an einer Hand abzählen: Krankenhaus, Hotel, einige Wohngebäude, alle aus den 60er Jahren. Nachdem 2014 im Konversionsgebiet am Hafen ein aufregender neuer Wohnturm entstanden war, entschloss sich der Bauherr, auch den Plattenbau von 1964 im Magisterpark außen wie innen auf ein aktuelles Niveau zu heben. Entstanden ist eine mehrfach preisgekrönte Landmarke, deren Bewohner mächtig stolz sind, dort zu leben.

WOHNHOCHHAUS »BACHSPITZ« IN KREUZLINGEN (CH)
{huggenbergerfries Architekten

Was tun, wenn eine städtebauliche Dominante ein architektonischer Reinfall ist? Der Umbau eines Wohnhochhauses in Kreuzlingen zeigt, wie sich Relikte des Bauwirtschaftsfunktionalismus so aufwerten lassen, dass sie ihrer Rolle als Landmarke gerecht werden.


ENERGETISCH SANIEREN
Beurteilung von Bestandsverglasungen

Die Fenster, die sich im Gebäudebestand finden, weisen sehr unterschiedliche Wärmedämmeigenschaften auf. Während Ein- und Zweischeibenverglasungen einfach zu erkennen sind, wird es bei Fenstern ab 1990 komplizierter. Nicht immer gibt das Baujahr Aufschluss über die tatsächliche Qualität der Verglasung. Das Messgerät »Uglass«, das im Rahmen eines Forschungsprojekts entwickelt wurde, ist seit gut zwei Jahren auf dem Markt, im Herbst wurden erste Praxiserfahrungen damit vorgestellt.

VERKANNTE PERLE
Hofbräueck in Stuttgart

Welch ein verschenktes Potenzial: Am Eingang zu Stuttgarts zentraler Fußgängerzone steht ein Büro- und Geschäftshaus, das einmal zu den besten Adressen der Stadt gehörte. Errichtet von Lokalmatador Paul Stohrer, war es seiner Zeit weit voraus. Doch nach entstellenden Umbauten lässt der Eigentümer es derzeit herunterkommen, die örtliche Presse vermutet einen baldigen Abriss.