Leistungsträger Holz

Ist es überhaupt noch eine Frage, ob Holz gleich gut oder gar besser ist als Beton, Mauerwerk und Stahl? Anscheinend ja, denn auf dem 20. Internationalen Holzbau-Forum Anfang Dezember in Garmisch wurden die Vorteile von Holz geradezu mantramäßig beschworen. Der Holzbau-Anteil an errichteten Bauwerken liegt zwischen 15 und 20 %, und natürlich könnte da mehr drin sein. Deshalb stand u. a. die Leistungsfähigkeit von Holz im Mittelpunkt der Auftaktveranstaltung, die sich um Modulbau drehte. Vertreter von Holzbaufirmen unterschiedlicher Größe und aus der Industrie berichteten von ihren Strategien, Vorurteilen gegenüber Holz zu begegnen, Produktionsprozesse zu straffen und besser, »ganzheitlicher« vorzubereiten, um noch kosteneffizienter zu werden, aber auch mit großer Freude von gelungenen Projekten, die auf den Tag genau übergeben wurden – Stichworte: umfassende Vorfertigung, schneller und trockener Aufbau, sauberer Abschluss der Montagearbeiten. Insbesondere im Hinblick auf Nachverdichtungsstrategien ist der mehrgeschossige Modulbau ein nicht zu vernachlässigendes Thema. Neben all den technischen und kostenmäßigen Informationen boten zahlreiche schöne Projekte aus mehreren Architekturbüros Lohnendes fürs Auge, für die Nase und den ökologischen Anspruch.

Bei Letzterem gibt es genug zu tun: Dass der Begriff »Nachhaltigkeit« wieder zu schärfen ist, liegt nach einer unterirdischen »Podiumsdiskussion« zu diesem Thema auf der Hand, und auch, dass die »thermische Verwertung« nicht der Weisheit letzter Schluss ist, weiß die Branche – mehr Recycling-, besser noch »Upcycling«-Ideen müssen her.
Mit Blick auf Weihnachten entließ der Wirtschaftswissenschaftler Franz Josef Radermacher das Publikum mit einem Vorschlag: Nach einer Rede, warum Wiederaufforstungsprojekte nötig sind – »wir müssen uns Zeit kaufen« –, riet er, um die Diskrepanz zwischen CO2-Emissionsziel und seiner trägen Umsetzung zu verringern: »Kaufen Sie zehn CO2-Zertifikate für sich und jeden Ihrer Freunde, und dann zerreißen Sie sie gemeinsam« – damit sei dem Klima schon viel geholfen. ~dr