Hans Hollein zum Achtzigsten

Am 30. März wurde Hans Hollein 80 Jahre alt. Der Architekt und Künstler erlangte 1956 sein Diplom in Architektur an der Akademie der bildenden Künste in seiner Geburtsstadt Wien, studierte anschließend am IIT Chicago und in Berkeley und machte dort 1960 seinen Master. Er beschäftigte sich mit Frank Lloyd Wright, Ludwig Mies van der Rohe und v. a. mit den österreichischen Modernisten Friedrich Kiesler, Rudolph Schindler und Richard Neutra, außerdem mit indianischer Pueblo-Architektur. Daraus entwickelten sich seine Themen, das Verhältnis von Mensch, Raum und Natur, Kulte sowie Technisches. 1960 nach Wien zurückgekehrt, wurde er mit utopischen Entwürfen und theoretischen Schriften bekannt. Erstes, viel beachtetes Bauwerk war das Kerzengeschäft Retti (s. db 9/2011, S. 53), dem zahlreiche weitere Ladenprojekte folgten. Die Beschäftigung mit kostbaren Materialien führte zu Entwürfen für Schmuck und Möbel. Wie ein roter Faden ziehen sich die Museen durch Holleins Werk: 1972-82 entstand das Museum Abteiberg in Mönchengladbach, das ihm ab 12. April eine Ausstellung widmet, 1994-2002 das unterirdische Museum »Vulcania« [6] in Clermont-Ferrand (F). Das MMK [8] in Frankfurt a. M. von 1983- 91 erinnert an Holleins frühe Technik, große Gebilde – z. B. Flugzeugträger – als Gebäude in die Landschaft zu projizieren. 2005-08 entstand das Büro- und Fabrikgebäude ETON-Solar [7] in Taiwan, zwei große, ineinander verschobene Kuben und ein gekappter Kegel in einer Parklandschaft.

Hans Hollein war ab 1978 mehrfach österreichischer Kommissär auf den Biennalen in Venedig und gab seine Erfahrungen als (Gast-) Professor an Studenten in den USA, Deutschland und Österreich weiter. Daneben wurde er mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet. ~dr