Gewonnen

Deutscher Fassadenpreis für VHF
Der Preis für vorgehängte und hinterlüftete Fassaden, der vom Fachverband FVHF zum 11. Mal verliehen wurde, ging diesmal an raumzeit Architekten, Berlin, für das »Hörsaal Campus Center« [8] der Universität Kassel am Holländischen Platz. Die Fassade aus reflektierenden Aluminiumtafeln bildet das Innenleben des Hauses mit seinen unterschiedlichen Raumkonfigurationen ab. Damit, so urteilte die Jury, loteten die Architekten in beispielhafter Weise die plastischen Möglichkeiten vorgehängter Fassadensysteme aus.

Neben dem Hauptpreis wurden vier Anerkennungen verliehen: an Bolles+Wilson für den Cinnamon-Turm im Überseequartier in Hamburg; an Bottega+Ehrhardt für die Baugruppenhäuser BF30 in Stuttgart; an Thomas Müller Ivan Reimann für den Baumarkt »Bauhaus« in Berlin-Halensee sowie an Architekten.3P für den Multimediakomplex MUT an der Musikhochschule Karlsruhe.
Westfälischer Preis für Baukultur
Ein technisches Bauwerk ist Träger des Preises, den der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) im September verliehen hat. Der schlichte Backsteinbau mit angrenzender Fußgängerbrücke verbindet ein Auslassbauwerk und das Betriebsgebäude eines Hochwasserrückhaltebeckens und entstand im Zuge des Umbaus der Emscher von einem offenen Abwasserkanal zu einer naturnahen Flusslandschaft zwischen Dortmund und Castrop-Rauxel.
Die Jury lobte die Multifunktionalität des Gebäudes, das moderne Hochwassertechnik mithilfe regionaltypischer Materialien und Handwerkstechniken zu einer Landmarke, einem Ausstellungsort, Aussichtspunkt und einem attraktiven Arbeitsort sowie einem wichtigen Teil des Wegenetzes verbindet. Die Entwerfer, B. A. S. Architekten aus Dortmund, zeigten hier »die innovative architektonische Lösung für eine scheinbar simple Bauaufgabe«.
Gottfried Semper Architekturpreis
Die Auszeichnung für klima-, ressourcen- und flächenschonendes Bauen wird am 5. November an die Landschaftsarchitektin Undine Giseke von bgmr, Berlin, verliehen. Sie wird damit u.a. für die »besondere Transformationsidee für die Bergbaufolgelandschaft des Tagebaus Welzow-Süd« ausgezeichnet, wie Kuratoriumsmitglied Hartmuth Zeiß von Vattenfall betonte. Die Idee dahinter ist, die Landschaft, die noch einer topografisch bewegten Wüste ähnelt, nur punktuell zu gestalten und ansonsten in den nächsten Jahren einem steten natürlichen Wandel durch Vegetationsentwicklung und Ansteigen des Grundwasserpegels zu überlassen. Dietmar Kammerschen von der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt und Wilfried Krätzschmar von der Sächsischen Akademie der Künste hoben den grundsätzlichen Beitrag der Preisträgerin für die Integration der Landschaftsökologie in die Stadtplanung bzw. die beispielhaften Impulse für den nachhaltigen Städtebau hervor.