Seeterrassen Hamburg in Gefahr

Abbruch verhindern

Erneut will die Stadt Hamburg ohne Not ein hervorragendes Stück Nachkriegsarchitektur abreißen. Diesmal trifft es das Café Seeterrassen im Park Planten und Blomen. Doch eine Petition fordert nun den Erhalt und eine behutsame Sanierung des Pavillons.

Die Seeterrassen Hamburg entstanden 1953 im Rahmen der Internationalen Gartenbauausstellung. Geplant wurden sie von Ferdinand Streb, der in der Hansestadt in den 50er Jahren u. a. den Alsterpavillon sowie das Verlagshaus Springer entwarf und zu den Architekten der Grindelhochhäuser zählte. Als integraler Bestandteil der Planten und Blomen fügt sich das Café Seeterrassen mit seiner Winkelform sensibel in die Topographie am Parksee. Trotz entstellender Umbauten ist die Eleganz der Architektur bis heute unverkennbar: Helle Steinverkleidungen, große Glasflächen, sanft geschwungene Treppen sowie ein auskragendes flaches Dach prägen den zweistöckigen Pavillonbau.

Zu viele bedeutende Gebäude der 50er Jahre sind in der Hansestadt bereits vernichtet worden. Erinnert sei hier beispielhaft nur an die Cityhof-Hochhäuser. Das bauliche Erbe Hamburgs muss endlich erhalten und gepflegt statt fortwährend vernichtet werden. Da die Stadt selbst Eigentümerin des Gebäudes ist, unterliegt sie keinen Ansprüchen Dritter, hat somit alle Freiheiten und kann an dieser Stelle endlich ein Zeichen für die Baukultur setzen.

Warum ein Abbruch des Café Seeterrassen zugunsten eines »Neubaus mit einer zeitgemäßen gastronomischen Nutzung« (O-Ton des Verantwortlichen) nötig sein soll, lässt sich schwer nachvollziehen. Noch ist es nicht zu spät und der Pavillon kann gerettet und wieder zu der Preziose werden, die er einmal war. Durch eine fachgerechte Sanierung und Modernisierung könnte das Gebäude zu überschaubaren Kosten zu einer beliebten Ausflugsadresse avancieren. Claas Gefroi, ein ortsansässiger Architekturkrititker, der auch hin und wieder für die db deutsche bauzeitung schreibt, hat deshalb eine Petition für den Erhalt und die Restaurierung der Seeterrassen Hamburg erstellt und würde sich freuen, wenn möglichst viele Menschen (auch Nicht-Hamburger) sie zeichnen und/oder weiterverbreiten. Dies dauert kaum länger als eine Minute.

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