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Gebäudeensemble mit Zukunftscharakter

Nachhaltiger Wohnungsbau mit Schöck Isokorb CXT in der bahnstadt Heidelberg
Gebäudeensemble mit Zukunftscharakter

Mit den »Westarkaden« hat die Bahnstadt Heidelberg – die größte Passivhaussiedlung der Welt – zwischen Gadamerplatz und Eppelheimer Straße ein neues Entree erhalten. Das von WWA Architekten aus München konzipierte Ensemble aus drei Gebäudekomplexen verbindet Wohnen, Gewerbe und Arbeit. Über die Ausbildung der Fassaden, Balkone und Loggien gelang es den Architekten, jeder Nutzung gerecht zu werden und zugleich die energetisch hohen Anforderungen der Passivbauweise zu erfüllen. Für die thermische Trennung der Balkone und Loggien sorgt dabei der Schöck »Isokorb CXT« mit dem Glasfaserverbundwerkstoff Combar.

~Markus Heck, Produkt –
ingenieur bei Schöck

Die Bahnstadt Heidelberg ist eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Deutschlands. Auf einer Gesamtfläche von 116 ha entstand auf dem stillgelegten Güter- und Rangierbahnhof und den ehemaligen Militärflächen der US-Armee im Südwesten der Heidelberger Innenstadt ein Wohn- und Wissensquartier, das Wohnen, Gewerbe, Forschung sowie Freizeit und Arbeiten miteinander verzahnt und dabei auf das Prinzip der kurzen Wege setzt. Auch angrenzende Felder, die Neckarwiesen oder die historische Altstadt sind fußläufig bzw. per Fahrrad oder Straßenbahn in wenigen Minuten erreichbar. Der jüngste Stadtteil der einstigen kurpfälzischen Residenzstadt ist darüber hinaus als zugleich größte Passivhaussiedlung der Welt auch Vorreiter in Sachen Klimaschutz.

Konzept Westarkaden

Der Komplex Westarkaden nach den Entwurfsplänen von WWA Architekten besteht aus einem dreiteiligen Gebäudeensemble. In den EGs sind Einzelhandel, Gastronomie und Gewerbe, in den darüber liegenden Etagen rund 300 Wohnungen sowie Büros und ein Kindergarten angesiedelt. Zwischen den Gebäuden gestalteten die Architekten Spiel- und Grünflächen. Ergänzend zum bereits bestehenden Gadamerplatz mit Grundschule und Kindergarten wurde mit den Westarkaden so ein Platz mit Nahversorgungs- und Einkaufszentrum sowie Marktplatz geschaffen. Eine zweigeschossige Tiefgarage mit rund 500 Stellplätzen für Mieter und Kunden inklusive Schnellladestationen für Elektroautos liegt unter dem Ensemble. Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist durch die Haltestelle zweier Straßenbahnlinien sichergestellt.

»Von der Innenstadt kommend entlang der Galilei-/Eppelheimer Straße haben wir mit dem ersten Baukörper, in dem sich Büros und der Kindergarten befinden, einen leichten Hochpunkt geschaffen«, erklärt Björn Fenske von WWA Architekten. An diesen Platz sind fünfgeschossige Gebäude herangestellt. »Vom öffentlichen Platz, der wie ein massiver Sockel steht, erhebt sich eine Plattform – die Privatebene mit den Wohnungen, die über einen Innenhof mit Freitreppen zugänglich sind. Damit wurde eine räumliche Trennung von öffentlichem und privatem Bereich geschaffen«, sagt André Kappes von archis Architekten + Ingenieure, die mit der Ausführung des Entwurfs beauftragt waren.

Ausbildung der Fassaden, Balkone und Loggien

Die Nahversorgung mit dem beständigen Fußgängerverkehr und der Belieferung aufzugreifen, die Anbindung der Arztpraxen und gleichzeitig die Schnittstelle zum ruhigen Wohnen herzustellen – die verschiedenen Nutzungen miteinander zu verbinden und jeweils eine entsprechende Lösung ohne Nachteil für die anderen zu finden war eine der großen Herausforderungen an die Architekten. Gelöst wurde das über die Ausbildung der Fassaden, Loggien und Balkone. So wurden im Bauteil 1 Faltklappläden installiert, die der Fassade nicht nur eine besondere Ästhetik verleihen, sondern geschlossen auch den Bewohnern funktionell die Möglichkeit bieten, sich vom Trubel auf dem Marktplatz abzuschirmen, dabei dennoch genügend Tageslicht und Frischluft zu erhalten. Im Bauteil 2.1 und 2.2 schufen die Architekten Loggien mit Faltschiebeelementen aus Glas, die als Schallschutz fungieren. Ein Durchlauf mit einem offenen Glasgeländer und deckenhohen Glasbauelementen prägt Bauteil 2.2.

Nachhaltiger Beitrag zum Klimaschutz

Das Bespielen der Gebäude mit verschiedenen Fassadenelementen und unterschiedlich gestalteten Balkonen und Loggien verleiht dem Ensemble eine lebhafte Divergenz – die architektonisch und bauphysikalisch unter der Prämisse Passivhaus jedoch schwer umzusetzen war, da die energetischen Vorgaben beim Wohnen andere sind als beim Gewerbe. Die unterschiedlichen Konstellationen und Umsetzungen sowie die Tiefgarage unter dem Ensemble und die Treppenhäuser erforderten eine detaillierte Planung aller möglichen Wärmebrücken. »Seitens der Stadt wurde akribisch darauf geachtet, die Vorgaben zum Passivhaus-Standard präzise einzuhalten. Das ließ sich nur mit dem Isokorb CXT bewerkstelligen. In enger Abstimmung mit Schöck haben wir für die verschiedenen geometrischen Ecken diverse Sonderlösungen erarbeitet, um die Balkone und Loggien wärmebrückenfrei und unter den energetischen Vorgaben anzuschließen«, berichtet Marcel Schütze von Schreiber Ingenieure.

Der Isokorb CXT trennt den Beton im Außenbereich thermisch vom beheizten Innenraum und zeichnet sich durch die technologische Materialkomponente Combar für die Zugstäbe aus. »Dieser hochfeste, extrem dauerhafte und nicht rostende Glasfaserverbundwerkstoff hat im Vergleich zu Edelstahl eine zwanzigfach geringere Wärmeleitfähigkeit. Damit lassen sich Wärmebrücken auf ein Minimum reduzieren«, erklärt Markus Heck, Produktingenieur bei Schöck.

Darüber hinaus ist der Isokorb CXT durch das Passivhaus Institut zertifiziert und punktet durch eine verbesserte Ökobilanz: Der CO2-Ausstoß bei der Herstellung des Isokorb mit Combar ist im Vergleich zu Edelstahl um rund 27 % geringer.

Die (energetische) Zukunft des Bauens

Der Schöck Isokorb CXT trägt wesentlich zur Energiebilanz der Gebäude in den Westarkaden bei und leistet damit einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Nachhaltigkeit. Architekt André Kappes: »Die Westarkaden haben Modellcharakter, denn sie zeigen, dass sich eine architektonisch enge Verknüpfung von Wohnen, Gewerbe und Arbeit in dieser Größe auf energetisch höchstem Niveau ausführen lässt.«

Weitere Informationen:
www.schoeck.com


Bauträger: Unmüssig, Freiburg

Projektsteuerung: mdbm, Karlsruhe

Bauunternehmen: Peter Gross Bau, Karlsruhe

Architekt (Entwurf): WWA Architekten, München

Architekt (Ausführung): archis Architekten + Ingenieure, Karlsruhe

Fertigteilwerk: Pies Betonsteinwerk, Andernach-Miesenheim

Bauzeit: 2017 bis 2020

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