Leserbrief in db 6/2014

~Gudrun Escher, Xanten

zum »Kö-Bogen« in db 6/2014. S. 8
Leider beschränkt sich der immerhin nicht ganz kurze Artikel auf die Neubauten selbst und lässt den Blick nicht in den umgebenden Stadtraum bzw. von diesem auf die Neubauten schweifen. Dass eine schmale Terrasse am Wasser des Hofgartenteichs gut ankommt, verwundert nicht. Auch ist richtig, dass die geschwungene Kante hier städtebaulich vorgeschrieben war, nicht aber, wie weit ein Neubau heranrücken soll. Im Ergebnis verhalten sich die Neubauten – trotz des Durchgangs – selbstreferenziell, rechthaberisch auftrumpfend, diskreditieren in ihrer Bauhöhe und Massivität gerade wegen der Einschnitte mit Überspielen von Geschosshöhen die Stadtbebauung südlich und westlich davon und degradieren das Dreischeibenhaus und v. a. das Schauspielhaus zur Petitesse. Damit ist an dieser sensiblen Stelle des Stadtraums ein neuer Maßstab gesetzt, dem die nun folgenden fünf weiteren Raumfüller im Gesamtareal Gründgensplatz – Schadowplatz unbekümmert folgen können. Es wird auch nicht erwähnt, dass um den Bebauungsplan heftig gestritten wurde, dass es Vorschläge gab, die den »Tausendfüßler« als technisches Denkmal erhalten, dem Ensemble aus Dreischeibenhaus und Schauspielhaus ihre Solitärstellung bewahrt und der Idee eines Kulturbogens als städtebauliche Verbindung vom Schloss Jägerhof bis zur Kunstsammlung NRW und darüber hinaus zum Ehrenhof das erforderliche Gelenk geliefert hätten. Davon ist nichts geblieben, nur der Kommerz auf der »Kö« profitiert mit einer Design-Sensation.