Gewonnen

Die Zukunft der Kirchengebäude
Gleich zwei erste Preise vergab die Jury des Architektur-Wettbewerbs »Kirchengebäude und ihre Zukunft« der Wüstenrot-Stiftung. Begründung: Sie bewältigten in »komplementärer« Weise besonders gut die gegenwärtige Herausforderung, konfessionelle Sakralräume neu zu gestalten und zu interpretieren, um sie zukunftsfähig zu machen. Die katholische Heilig-Geist-Kirche der St.-Martinus-Gemeinde in Olpe [13] wurde von Schilling Architekten, Köln, als »offene Kirche« im Innern und Äußeren umgestaltet. Sie öffnet sich entsprechend dem neuen Selbstverständnis der Gemeinde einerseits dem Stadtraum und führt diesen offenen Charakter andererseits bis in den zentralen Bereich der Kirche fort. Das Gebäude sei sowohl in pastoraler und liturgischer als auch architektonischer Hinsicht auf vorbildliche Weise perfektioniert worden, befand die Jury.

Die evangelische Kirche im Stadtteil Bochum-Stahlhausen [14] bekam durch Soan Architekten, Bochum, ein anderes neues Profil. Gemeinsam mit dem Verein für Migrationsarbeit IFAK entstand ein Pilotprojekt für ein attraktives Stadtteilzentrum. Der 2000 bereits verkleinerte Kirchenraum wurde zu einem multireligiösen »Raum der Stille« gewandelt. Die Jury lobte die zentrale Lage im Gebäudekomplex, die sensible Schwellengestaltung und dass die christliche Motivation präsent bleibe, ohne sich aufzudrängen. Dadurch könne der Raum Menschen unterschiedlicher Prägung spirituelle Erfahrungen vermitteln.
Neugestaltung Rudolfplatz
Hübsch ist es in Köln am Rudolfplatz nicht. Neben dem Hahnentor steht ein vernachlässigtes Ensemble aus den 50er Jahren, das sich schlecht gegen die umgebenden Großbauten behauptet. Nun wird es möglicherweise durch einen Neubau der Londoner Architekten Caruso St. John [15] ersetzt. Das Büro war aus dem Architektenwettbewerb des Investors Momeni, der das Gelände vor gut einem Jahr nach langen Verhandlungen erwerben konnte, als Sieger hervorgegangen. Der Entwurf sieht einen auf bis zu sieben Geschosse gestaffelten Block vor, der Einzelhandel, Büros und Gastronomie umfassen soll. Mit dem Ensemble soll laut »Kölner Stadtanzeiger« auch die Brücke zur Hahnentorburg verschwinden, sodass das historische Tor wieder frei steht. Was mit der denkmalgeschützten Fassade des Theaters am Rudolfplatz geschehen soll, ist noch unklar.