Mehrdeutig

In Köln stellen 31 Pumpwerke sicher, dass auch bei extrem hohen Pegelständen ohne Rückstau Wasser aus der Kanalisation in den Rhein geleitet werden kann (s. db 2/2011, S. 24). Nach einigen Verzögerungen konnte nun auch das letzte fertiggestellt werden. Es überrascht als künstlerische Intervention. Vom in die Erde eingesenkten Tiefbauteil mit den Pumpen ist nichts zu sehen. Über den Deich hinaus ragt nur das Hochbauteil für die elektrotechnische Versorgung, für das die Architektin Ute Piroeth zusammen mit dem Künstler Wolfgang Rüppel eine irritierende Fassadenschicht ersann. Auf einer stählernen Unterkonstruktion sitzen im 45 °-Winkel 556 pulverbeschichtete Aluminium-Vierkantrohre, die je nach Blickwinkel eine orangefarbene Ansicht, ein Seerosenmotiv oder eine Mischung von beidem zeigen. Aus der Nähe lässt sich das mit UV-härtenden Tinten aufgedruckte, in einzelne Punkte eines 6-cm-Rasters aufgelöste Pflanzenmotiv nicht mehr erkennen. So spielt die Fassade mit der Wahrnehmung und konterkariert mit ihrer Uneindeutigkeit die klare geometrische Form des Baukörpers. Das bestehende Trafo-Haus wurde mit Grauwacke bekleidet und so unauffällig in die Freiraumkonzeption integriert. ~ge