Töne zu Ziegeln

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Hinter der Entwicklung der Wandreliefs in den beiden Innenhöfen der Wohnanlage »Corte Salvati« in Freising steht eine komplexe Philosophie. Sie umfasst Biologie, Geologie und Physik ebenso wie Glauben, Empathie und nicht zuletzt traditionelles Maurerhandwerk. Von MMZ Architekten in Frankfurt a. M. für die katholische Pallottiner-Gemeinschaft vor Ort geplant, entwickelte das interdisziplinäre Studio 22quadrat aus Osnabrück das Wandrelief dafür, das (kurz gesagt) von den Wellen eines Dur-Intervalls in Wasser inspiriert ist. Der Grundton liegt bei 136,1 Hz – entsprechend der Stimmung vieler Kirchenglocken und eines »Om« – der zweite liegt eine große Terz davon entfernt. Die Designer nutzten Wasser, um einerseits diese Frequenzen sichtbar zu machen und andererseits damit auf die Frequenzen zu verweisen, die bei Empathie zwischen Menschen zum Schwingen kommen und die den Menschen außerdem biologisch mit der »Grundfrequenz« der Erde verbinden. Greifbar wurden diese Gedanken durch ihre Umsetzung in naturbelassenem, geschlämmtem Backstein, der, sauber Stück für Stück von Hand an die Wand gesetzt, in der Fläche sanft zu schwingen beginnt. Viel mehr dazu auf der Website des Studios. ~dr