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Nachruf
Georg Heinrichs (1926-2020)

Die Architektur der 70er-Jahre hat es immer noch schwer. Zu groß die Maßstäbe, zu grob die Gliederung, zu unfreundlich die Materialien, zu laut die Farben. Die Architekten agierten dabei mit den besten Absichten und auf der Höhe der Zeit, ihre Namen sind dennoch selten geläufig, ebenso wenig wie die Qualitäten ihrer Architektur.

Kennen darf man aber Georg Heinrichs – samt seiner Widersprüchlichkeiten. Im Interview mit Eduard Kögel bekannte er: »Ich bin gegen Hochhäuser, denn in einer Hochhausstadt ist der Mensch nichts.« Dennoch ist sein Name untrennbar mit der Autobahnüberbauung Schlangenbader Straße in Berlin verknüpft, einem Komplex, dessen Hauptgebäude bis zu 14 Geschosse hoch aufragt und zu den größten zusammenhängenden durchgängig begehbaren Wohnkomplexen Europas zählt (und der seit 2017 Denkmalschutz genießt).

Zuvor hatte Heinrichs mit seinem Büropartner Hans Christian Müller und dem Senatsbaudirektor Werner Düttmann die städtebauliche Gesamtplanung der Wohnsiedlung Märkisches Viertel erarbeitet. Zentral dabei wie für alle Projekte: die Horizontale, die er als Prinzip der Vertikalen vorzog und als »zurückhaltend und bescheiden« charakterisierte.

Bis Ende der 90er Jahre arbeitete Georg Heinrichs in seinem Büro. Bereits im Dezember 2020 ist er 94-jährig in Berlin verstorben.

~Red


Lesen Sie auch das Interview mit Georg Heinrichs
von Eduard Kögel
auf www.german-architects.com »


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