db1019BueSakraleRaeume.jpg

Neue Sakrale Räume

100 Kirchen der Klassischen Moderne. Klaus-Martin Bresgott (Hrsg.), mit Beiträgen von Johann Hinrich Claussen, Andreas Hillger u. a.232 S., 398 farb. Abb., Flexicover, 48 Euro. Park Books, Zürich 2019

~Simone Hübener

Sakralräume als Orte der Stille ziehen in unseren hektischen Zeiten viele Menschen gleich welchen Glaubens an. Für alle, die gezielt zu Kirchen reisen möchten, bietet sich diese Neuerscheinung von Park Books an. Sie präsentiert 100 Kirchen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die zwischen 1921 und 1939 erbaut worden sind, auf jeweils einer Doppelseite: mit einem ganzseitigen Foto, einer kurzen Baubeschreibung inkl. Bautafel und Hintergrundinformationen sowie weiteren, kleineren Fotos. Da die erste und die letzte Doppelseite des Buchs als Landkarten gestaltet sind, können Interessierte sich ihre »Kirchen-Route« relativ einfach zusammenstellen. Sortiert sind die Sakralbauten allerdings aus architekturhistorischer Sicht nach ihrem Baujahr und nicht geografisch, was für die Reiseplanung besser gewesen wäre – insbesondere bei den 87 Markierungen auf der deutschen Karte. Alle Innenräume der präsentierten Kirchen sind nicht mehr im Originalzustand erhalten – in unterschiedlich starker Ausprägung. Bei den katholischen Kirchen rührt dies oftmals von der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils oder weil »man auch den kühnen Geist der Erbauer nicht ausgehalten« hat, so Klaus-Martin Bresgott in seinem Vorwort. Den dazugehörenden Erklärungen räumte der Herausgeber keinen Platz ein. Lediglich auf Bildern könnte ein aufmerksamer Betrachter sie entdecken und im Gespräch mit den Kirchengemeinden erfahren, deren Adressen sich in der Bautafel finden. Ein Vorwort, ein Grußwort und drei ins Thema einführende Aufsätze runden das Werk inhaltlich ab. Diese Texte sowie die Biografien der Autoren sind auf Deutsch und Englisch gehalten, alle Projektbeschreibungen dagegen nur auf Deutsch. Welche Logik hinter dieser Entscheidung steckt, erschließt sich nicht.

In der Summe bietet »Neue Sakrale Räume« wertvolle Informationen – übergeordnet zum Thema und zu jeder Kirche. Gestalterisch wirkt es wegen des wenigen Weißraums sehr gedrängt.