5 ausgezeichnete Bauwerke und städtebauliche Anlagen

industriebaupreis2020 vergeben

Der industriebaupreis wurde am 24. Juni zum dritten Mal vergeben. Auslober sind u.a. der Lehrstuhl für Industrial Real Estate Management an der Universität Stuttgart, der BDA Baden-Württemberg sowie die Architekten- und die Ingenieurkammer Baden-Württemberg.

Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben. Eingereicht wurden dieses Mal beachtliche 122 Arbeiten. Die Auszeichnungen in den Kategorien Bauwerke und Städtebauliche Anlagen gehen an Projekte, die durch ihr ausgewogenes Zusammenspiel von Gestalt, Funktion, Ökonomie, Konstruktion und Gebäudetechnik vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Verantwortung und ganzheitlichem Denken begeistern. Der Nachwuchspreis wurde nach eingehender Diskussion in der Jury nicht vergeben.

Aufgrund der Corona-Maßnahmen wurde die Preisverleihung im digitalen Format durchgeführt. Hier können Sie sie verfolgen.

Kategorie Bauwerk


Gewinner der Kategorie Bauwerk ist das Headquarter von Chemoform von Kauffmann Theilig & Partner, Ostfildern. Aus dem Juryprotokoll: »Die verschiedenen Gebäudenutzungen werden entsprechend funktionalen Erfordernissen transparent angeordnet. Darüber hinaus zeigt sich am Äußeren die weitere Nutzungstypologie von Produktion und Verwaltung mit einer bemerkenswerten Klarheit. Ausschlaggebend war auch, mit welcher Klarheit und Konsequenz das Gebäude im Innern entworfen und v. a. sauber konstruiert wurde. (…) Es gelingt dem Bauherrn und seinen Planern, verschiedene Nutzungen funktional und gestalterisch auf herausragendem Niveau miteinander zu denken.«


Der Sonderpreis in dieser Kategorie ging an die neue Heizzentrale Weil am Rhein, geplant von Frank Trefzer und Leisinger Architektur für die Stadtwerke Weil am Rhein. Die Jury urteilte: »Mit einfacher und klarer Ästhetik präsentiert sich das Heizkraftwerk in Weil am Rhein als architektonisches und städtebauliches Zeichen und stellt eine eigenständige Landmarke dar. Die komplexen technischen Anforderungen der mit hochmoderner Technik ausgestatteten Anlage wurden geschickt in eine gestalterisch sehr ansprechende Hülle verpackt. (…) Die Verbindung von moderner und nachhaltiger Heiztechnik mit dem ästhetischen Erscheinungsbild ist vorbildhaft und zeigt, dass auch komplexe technische Aufgabenstellungen mit hervorragender Architektur vereint werden können.«


Heinle, Wischer und Partner erhielten für das Forschungszentrum MAIN der TU Chemnitz eine Anerkennung. »Die konsequent durchgehaltene Modularität der weißen Metallelementfassade im Raster von 1,20 m unterstreicht den hohen Nutzungs- und Qualitätsanspruch an dieses komplexe Entwicklungsgebäude. Damit steht die Architektur im Einklang mit den inneren Querschnittfunktionen von Präzisionslaboren, Büros und tageslichtdurchfluteten »Wissensgärten«, die über zweigeschossig verbundene Aufenthaltsräume ideale Kommunikationsmöglichkeiten bieten. Insgesamt ist es Wissenschaftlern und Architekten gelungen, die besonderen spezifischen Nutzungsanforderungen durch Synergien im Flächenzusammenspiel umzusetzen und in einer aussagekräftigen Industriearchitektur zu vereinen.«

Kategorie Städtebau


Gewinner dieser Kategorie ist das Tech Cluster Zug, das Hosoya Schäfer Architects für die Bauherrin V-Zug Immobilie geplant haben. Die Jury fasst zusammen: »Über einen dreistufigen Transformationsprozess soll der ehemalige Produktionsstandort in ein Stück lebendige Stadt überführt werden, in der Produktion und Dienstleistungen zu einem natürlichen Teil des Alltags werden. Das Ziel des Projekts ist ein zukunftsfähiges Stück Stadt, das auf engem Raum Produktion, Forschung und Entwicklung, Gewerbe und Wohnen vereint. TECH CLUSTER ZUG ist eine gelungene Referenz für eine wichtige Aufgabenstellung unserer Zeit: die Gestaltung lebendiger Innovationsorte durch Umwandlung isolierter Industrie- und Gewerbestandorte in urbane Wissensquartiere!«

Kategorie Bauwerk/Sonderbau


In der Kategorie Bauwerk/Sonderbau wurde ebenfalls eine Anerkennung vergeben: an vautz und mang architekten für den Wertstoffhof Morgenstelle in Tübingen. Er ist zukünftig nicht nur Eingangsgebäude zum Campus, sondern gleichzeitig äußerer Abschluss des universitätseigenen Heizkraftwerks und Betriebsareals, das u.a. die Forschungseinrichtungen mit regenerativer Energie versorgt. »Geschickt wird die ansteigende Topografie genutzt, unterschiedlich hohe Funktionsbereiche unter den zwei Stahldachkonstruktionen unterzubringen«, so die Bewertung der Jury. »Ein Wetterschutzgewebe, das die außenliegenden Hallenseiten verkleidet, erzeugt einerseits die gewünschten städtebaulich wirksamen Körper, andererseits werden – durch das halbtransparente Gewebe – die filigrane Konstruktion sowie die Betriebsabläufe auf spannende Weise gefiltert erlebbar