Glücklichsein in der Megacity

»Die Megacity ist bereits eine Realität.« So eröffnet der Film »The Human Scale«, der sich mit den Forschungen und Arbeiten des dänischen Architekten und Städteplaners Jan Gehl befasst. Im Zentrum steht nichts weniger als die Frage, wie Menschen in riesigen Agglomerationen glücklich leben können – mit sicherem, lebendigem und interaktivem öffentlichen Raum. Am Beispiel von Kopenhagen, New York [6], Chongqing [7], Melbourne, Dhaka und Christchurch zeigt der Film, wie schon kleine, bedachte Maßnahmen (u. a. moderiert und geplant von Gehls Büro) das Leben für Nicht-Autofahrer verbessern können – denn die autozentrierte Planung wird in all diesen Städten als Kern des Problems identifiziert, wenn auch in ganz unterschiedlichen Ausprägungen. Diese reichen von Einsamkeits- und Übergewichtsproblemen, weil Menschen nicht mehr spontan auf die Straße gehen, bis hin zur Rolle der Weltbank in der Verkehrspolitik von Bangladesch. In jeder einzelnen Geschichte vermittelt der Film die Hoffnung, dass sich diese klugen und ungeachtet der komplexen Materie eigentlich einfachen Gedanken durchsetzen können – trotz einer für unser Tempo der Planung viel zu schnell wachsenden Weltbevölkerung, trotz der Trägheit jedes Einzelnen und trotz des grassierenden Lobbyismus. Es wird sich lohnen.

Der Film läuft ab 10. Oktober im Kino. ~dr