UVM_keyvisual_L2_cmyk.jpg
Architektenwettbewerb des AIV Berlin entscheidet sich Mitte Juli

Berlin-Brandenburg im Jahr 2070

1920 war das Geburtsjahr Groß-Berlins, jenes Berlins, dessen Einwohnerzahl sich mit der Eingemeindung von u. a. Charlottenburg und Spandau, Weißensee und Köpenick auf 3,9 Mio. Einwohner verdoppelte und das die damals modernste Metropole Europas werden sollte. Im Vorfeld hatte der Architektenverein zu Berlin, Vorläufer des heutigen Architekten- und Ingenieurvereins (AIV), gemeinsam mit der Vereinigung Berliner Architekten einen Wettbewerb durchgeführt, dessen Ergebnisse die Stadt bis heute prägen. Mit einem neuen Wettbewerb knüpft der AIV heute an diese Rolle an. Berlin und Potsdam verfügen mitsamt ihrem Umland über zahlreiche Stärken und Besonderheiten, die gemäß der Ausschreibung gepflegt und weiterentwickelt werden müssen: ein im Grundsatz hervorragendes Verkehrsnetz, viele Zentren unterschiedlichen Rangs, ein überdurchschnittlich guter Wohnungsbestand sowie ein vergleichsweise unzersiedeltes Umland.

Die zweite Phase des vor einem Jahr international ausgeschriebenen Städtebau-Wettbewerbs geht Mitte Juli mit der Jurysitzung zu Ende. In der ersten Phase waren Leitideen und Leitbilder für die Entwicklung der Großstadtregion bis 2070 gefragt, in der zweiten wurden 18 Architektur- und Stadtplanungsbüros mit Landschaftsplanern aufgefordert, strukturelle Entwicklungszusammenhänge zu vertiefen und drei konkrete Teilräume, davon einer in Berlin und einer in Brandenburg, zu bearbeiten. Die Ergebnisse sollen zwischen Oktober und Dezember in einer Ausstellung präsentiert werden, die zugleich einen Blick auf aktuelle Zukunftsprojekte der Berliner Partnerstädte Moskau, Wien, Paris und London wirft.

Parallel dazu finden sechs sogenannte Metropolengespräche mit Vorträgen und Diskussionen von politischer, zivilgesellschaftlicher und fachlicher Seite statt. Die beleuchteten Schlüsselthemen umfassen Mobilität, Wohnen und Arbeiten, Erholung, Klima und Energie, Wissenschaft und Kultur sowie Innovation und digitale Stadtregion. Bei der Mobilität geht es beispielsweise darum, wie ein reibungsloser Wechsel zwischen den verschiedenen Fortbewegungsmitteln möglich wird und wie z. B. die bestehenden Visionen integriert und optimiert werden können. Wohn- und Arbeitsquartiere sollen nachgebessert, flexibler und resilienter werden, Wissenschaft und Kultur gefördert und ein tolerantes Klima ermöglicht werden. In den Metropolengesprächen werden wichtige Akteure die Zukunftsvisionen des Wettbewerbs diskutieren und beurteilen, ebenso soll die Öffentlichkeit daran teilhaben können. ~dr

www.bb2020.de