Nachbericht Zebau-Tagung »Effiziente Gebäude« in Hamburg

Messbare Effizienz

Die jährliche Tagung »Effiziente Gebäude« des Vereins Zebau ist eine feste Größe bei allen norddeutschen Aktiven in Sachen Gebäude-Energieeffizienz. Anfang September trafen sich wieder rund 180 Teilnehmer in Hamburg. Insbesondere der Überblick über gebaute Beispiele aus ganz Deutschland sowie die gesammelten Erfahrungen bei Planung, Bau und Betrieb sowie Highlights aus der Forschung machten die Veranstaltung als Weiterbildung wertvoll. Die 24 Vorträge behandelten diesmal schwerpunktmäßig Bildungsbauten wie Schulen sowie Betriebsoptimierungen, z. B. durch Heizungsmonitoring.

Eine besondere Signalfunktion kommt der öffentlichen Hand zu, und so ging es zunächst um bezahlbare Bildungsbauten. Nach den Maßstäben nicht öffentlicher Bauherren sind sie zwar oft noch nicht wirtschaftlich, bieten aber die notwendige Anschauung, um die Technik weiter zu optimieren und eine breitere Marktakzeptanz herzustellen. Sabine Djahanschah, DBU Deutsche Bundesstiftung Umwelt, zeigte an zwei Beispielen, wie Anforderungen an Schulen – Kompaktheit, Tageslichtnutzung in Klassenzimmern, Raumluftqualität und Akustik – erfüllt werden. Das neue Gymnasium Diedorf etwa ist seit zwei Jahren in Betrieb. Eine Befragung hat eine sehr hohe räumliche, klimatische und pädagogische Zufriedenheit gezeigt. Der EnEV-Standard war bezahlbar und wird sich innerhalb von 10 Jahren rechnen.

Miriam Hohfeld vom BBSR stellte drei Modellvorhaben vor. Sie forderte in ihrem Vortrag integrale Planung, Qualitätssicherung und Erfolgskontrolle anhand von bestimmten Indikatoren plus ein Monitoring über 24 Monate.

Die »Revitalisierung der Uhlandschule in Stuttgart zur Plusenergieschule« schließlich war Thema von Hans Erhorn, IBP Fraunhofer-Institut für Bauphysik (s. db 9/2017, S. 112). Auch dieses Projekt wurde integriert geplant. Der Umbau des Hauptgebäudes war preiswerter als ein Neubau. An Betriebskosten werden jährlich rund 80 000 Euro gespart. Erste energetische Messwerte liegen vor: Bisher wurde ein Überschuss von 109 000 kWh erzielt.

Im Block »Betriebsoptimierung« zeigte sich erneut, dass sich umfangreiche Technik erst einspielen muss, um die prognostizierten Energie-/CO2-Einsparungen zu erzielen. Dazu ist ein langes Monitoring mit steten Nachbesserungen unabdingbar. Trotz dieser Erkenntnis wird die Inbetriebnahmephase aus Kostengründen oft abgekürzt, wobei gerade hier Einsparpotenziale von 10-30 % liegen.

Die Vermittlung von konzentriertem Wissen und die Weitergabe von Erfahrungen gelingt auf dieser Veranstaltung immer wieder. Man knüpft neue Kontakte und trifft alte Bekannte wieder. Was kann man sich von einen prall gefüllten Tag mehr wünschen!

~Undine Stricker-Berghoff

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