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Porträts in der Fassade

Deutsches Auswandererhaus
Porträts in der Fassade

Deutsches Auswandererhaus, Bremerhaven
Foto: Deutsches-Auswandererhaus/Werner Huthmacher

~Gabriele Benitz

Nach fünfjähriger Planung und achtzehnmonatiger Bauzeit hat das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven seine neue Dauerausstellung und den Museumsanbau eröffnet.

Dieser spiegelt in seiner Architektur wider, dass das Gebäude den nach Deutschland Eingewanderten gewidmet ist. Die kassettierten Betonfertigteil-Vorhangfassadenelemente zeigen mehr als 100 Porträts von 31 eingewanderten Menschen, die in Bremerhaven seit 1887 ein neues Zuhause gefunden haben. Durch das besondere Produktionsverfahren, mit dem eine Betongravur in die Fassade integriert wurde, werden die Gesichter je nach Wetterlage und Blickwinkel (un)sichtbarer. Dazu sagt der für den Bau verantwortliche Architekt Andreas Heller »Wir haben Menschen mit Einwanderungsgeschichte ein Denkmal gesetzt. Klar und zugleich komplex fängt unsere Architektur innen wie außen eine Idee des Zusammenlebens ein.« Im Museumsanbau geht es auch um 330 Jahre Einwanderungsgeschichte nach Deutschland. Wie ging die Bundesrepublik mit Kernfragen von Einwanderungsgesellschaften seit 1949 um? Antworten darauf will der neue »Saal der Debatten« geben. In einer Raumcollage haben die Ausstellungsgestalter von Andreas Heller Architects & Designers aus Hamburg begehbare Dioramen von Orten geschaffen, an denen sich die Konflikte und Debatten zutrugen. Herzstück der Schau sind die »Salons der Biographien«, in denen Biographien und Lebenssituationen von Eingewanderten über Erinnerungsobjekte nachvollziehbar werden. Auf 3 340 m² präsentiert das Museum neben der erweiterten Dauerausstellung neue digitale Denkräume mit intuitiver und individueller Nutzung. Auch das neue kleine Garagenmuseum ist Teil des Architekturkonzepts: Es bietet einen öffentlich zugänglichen Raum, in dem Sonderausstellungen zu Migrationsthemen niedrigschwellig und kostenfrei zugänglich sind. Bildungsprogramme für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie Forschungsprojekte mit Universitäten finden am Deutschen Auswandererhaus nun gebündelt unter dem Dach der neu gegründeten »Academy for Comparative Migration Studies« statt.

www.dah-bremerhaven.de

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