Cover_Ingenieurbaufuehrer_Beuth.jpg

Ingenieurbauführer

Ingenieurbauführer Baden-Württemberg. Von Stephan Engelsmann, Robert Pawlowski, Jörg Schlaich und Matthias Schüller. 736 S., broschiert, 69 Euro, 2. überarbeitete Auflage, Beuth Verlag, Berlin 2019

Ingenieurbauten wie Straßentunnel, Wasserkraftwerke und hochkomplexe Fassaden nehmen wir oftmals nicht bewusst wahr – schon gar nicht als schöpferische Leistung. Deshalb ist es wichtig und richtig, dass der Ingenieurbauführer Baden-Württemberg nach genau zehn Jahren überarbeitet wurde. Einige ältere Projekte wurden ersetzt, neu hinzu kamen z. B. der Katzenbergtunnel, der ZOB Pforzheim und der Aussichtsturm Herrenberg. So bleibt der Umfang von üppigen mehr als 700 Seiten identisch. Der Band ist dennoch kompakt und dabei mit allem ausgestattet, was man für die Besichtigung benötigt, u. a. Wegbeschreibung und GPS-Angaben. Die Projekte sind auf bis zu vier Doppelseiten dargestellt, was eine detaillierte Beschreibung ermöglicht. Hinzu kommen zahlreiche Abbildungen, eine Bautafel, Literaturangaben und, wo möglich, Hinweise auf »Ähnliche Bauwerke«.

Die mehr als 100 Projekte sind auf fünf Fachgebiete unterteilt, wie Verkehr, Hochbau und Wasser, und alphabetisch nach Städten sortiert. Ein Ortsregister und elf Landkarten am Ende schaffen Übersicht. Aufgenommen wurden nur Bauten, die sich – wie die Autoren selbst schreiben – nach subjektiver Einschätzung entweder durch überdurchschnittliche Gesamtqualität oder eine bemerkenswerte Einzelqualität, z. B. das erste oder größte seiner Art, auszeichnen.

Um auch Nicht-Ingenieuren den nötigen Hintergrund mit auf den Weg zu geben, beschreiben die Autoren die einzelnen Bauaufgaben kurz in einer Einleitung. An einigen Stellen wirken dieser Text und das Geleitwort allerdings etwas übertrieben. Etwa, dass die Bauingenieure »die höchstmögliche Anerkennung der Gesellschaft verdienen«. Da fallen einem schnell zahlreiche andere Berufsgruppen ein, die diese Anerkennung mindestens genauso verdient hätten. Die Projektbeschreibungen dagegen – und darauf liegt der Fokus dieses Buchs – sind deutlich zurückhaltender und sehr informativ verfasst. Deshalb: eindeutig zu empfehlen.

~Simone Hübener