Der Kopf des Architekten

Zeichnungen und Baukunst von Sergei Tchoban. Falk Jaeger (Hrsg.), 192 Seiten, Format 24 x 28,5 cm, 134 farbige und 26 S/W-Abbildungen. Gebunden, 49,80 Euro, 83,20 sFr., Jovis Verlag, Berlin, 2005

Sergei Tchoban, Jahrgang 1962, hat das wichtigste Instrument eines Architekten nicht aus der Hand gegeben – die Kunst und das Können, seine Gedanken, Ideen und Entwürfe mit Pinsel, Bleistift und Tusche aufs Papier zu bringen.
Anhand von Skizzenblättern, Reisezeichnungen, utopischen Fantasien stellt Falk Jaeger den Architekten Sergei Tchoban vor, erläutert seine Architektur und seinen Weg, Entwurfsideen in Gebäude zu verwandeln.
Der erste Teil des Buches zeigt anhand vieler Aquarellzeichnungen Studien zu Raumaufteilungen, Proportionen, Architekturquellen. Es finden sich Skizzen aus Rom, Prag oder Venedig, immer das Historische. Dabei erforscht Tchoban den Raum nicht nur über Grundrisse und Ansichten, sondern er erlebt ihn in perspektivischen Schnitten.
In Teil zwei geht es um »die Erfindung urbaner Welten«. Im Spiel mit historischen Zitaten und fantastischen Ideen entstehen städtische Konzepte, zeigt sich ein neuer Umgang mit dem Bestand. Bei diesen Ideen spielt sowohl das Wasser als Bauelement und Gestalter eine Rolle als auch der Reichtum der Utopien der 1920er Jahre.
Der dritte Teil zeigt die Umsetzung der vorangegangenen Ideen in reale städtebauliche Konzepte. Tschoban habe, so Jaeger, den historischen Bautypus zeichnerisch erforscht und setze ihn im Städtebau meist in zeichenhafter Form ein. Im letzten Kapitel – »Die Gestaltung des Baus«, geht es um die großen und kleinen Elemente, die den Raum innen oder außen gestalten. Falk Jaeger nähert sich Tchobans Architektur über die Studien und Fantasien zum Konzept bis hin zum Detail. Wie kann ein Architekt und seine Arbeit besser vorgestellt werden als über seine Zeichnungen? Petra Bohnenberger