Aufstocken mit Holz

Verdichten, Sanieren, Dämmen. Von Markus Mooser, Marc Forestier, Mélanie Pittet-Baschung, Charles von Büren. 208 S., gebunden, 59,95 Euro. Birkhäuser, Basel 2014

~Simone Hübener

Allen Beteuerungen und gut gemeinten Bemühungen zum Trotz, steigt der Flächenverbrauch in vielen Ländern weiter an oder stagniert, anstatt abzunehmen. Da erscheint es überaus sinnvoll, Beispiele aufzuzeigen, wie sich bestehende Gebäude durch ein zusätzliches Geschoss, teilweise verbunden mit einer Erweiterung, vergrößern lassen. 33 solcher Einfamilienhäuser, Wohnungsbauten sowie Bauten für Verwaltung und Dienstleistung stellen die Autoren des Buchs »Aufstocken mit Holz« vor. Dass bei allen Projekten eben nur der genannte Baustoff verwendet wurde, versteht sich von selbst. Das hängt mit dessen zahlreichen Vorteilen zusammen, die in einem der drei einleitenden Kapitel beschrieben werden. Ferner gehen die Autoren im ersten Teil der Frage nach dem »Warum« und dem »Wie« des Aufstockens (mit Holz) nach. Die Texte der französischen Originalausgabe von 2011 wurden für die deutschsprachige glücklicherweise aktualisiert, was sich an Zitaten und Quellen der darauffolgenden Jahre ablesen lässt. Außerdem gehen die Autoren sehr in die Tiefe, beispielsweise bis in die Konstruktionssysteme oder den Brand- und Schallschutz hinein. Leider sind die Texte dabei nicht so präzise formuliert, wie man das von anderen Büchern des Verlags kennt. Wortdoppelungen, manch allzu langer Satz und viele Substantivierungen erschweren das Lesen.
Auf die knapp gehaltene und gut strukturierte Einführung folgen die erwähnten Beispiele. Erfreulicherweise haben die Autoren auch zahlreiche Gewerbebauten in die Sammlung mit aufgenommen, wodurch manchem Leser die Möglichkeiten in diesem Bereich wohl erst vor Augen geführt werden dürften. Präsentiert werden alle Projekte mit je einem kurzen, in vier Bereiche gegliederten Text, zahlreichen Bildern und Plänen. Leider wurden die Pläne nicht bearbeitet, sondern in der ursprünglichen, von den Architekturbüros erstellten Grafik übernommen. Dadurch muss man sich zum einen jedes Mal auf die andere Darstellungsweise einstellen, zum anderen erscheinen die Pläne für die Größe, in der sie im Buch gedruckt sind, teilweise zu differenziert. Dieses kleine Manko gleichen die Aussagekraft der Bilder und die inhaltlich guten Texte aber wieder aus, sodass das Buch auf jeden Fall lohnend ist.