handgemacht

Auf einer Höhe im Odenwald, zwischen Bödigheim, Seckach und Großeichholzhain, errichteten Studenten des IIT Chicago im Rahmen eines Seminars von Frank Flury eine Flurkapelle. Gemäß seinem Verständnis von Architekturlehre setzten sie das Projekt »ganzheitlich« um: Von der ersten Skizze über Entwurf und Ausführung bis zur Übergabe stammt das Bauwerk von den Studenten. Damit ergänzt Flury das Architekturstudium in den USA, das keine praktischen Erfahrungen fordert.

Die weithin sichtbare Kapelle sollte gemäß der Aufgabe ein konfessionsübergreifender Raum werden, der Menschen auf der Suche nach Stille einen Ort bietet, zugleich aber auch Wanderern einfach eine Möglichkeit zum Ausruhen. Entsprechend entwickelten die Studenten eine Dramaturgie: Über ein allseits offenes Podest kommen Besucher in den Vorraum, der von Holzbalken gebildet wird und in dem Bänke aus Muschelkalk stehen. Von hier geht es in die Kapelle, deren Glockenturm aus Lattenwerk den eigentlichen Kapellenraum bildet. Damit diese Konstruktion von den Studenten auch ohne handwerkliche Ausbildung aufgebaut werden konnte, entwickelten sie das Baugefüge so, dass die Einzelteile einfach genagelt oder geschraubt werden konnten. Baugenehmigung, Statik, Werk- und Detailplanung sowie die Koordination vor Ort übernahmen Ecker Architekten, Buchen (s. auch db 9/2009, S. 50), beim Zuschnitt und der Verarbeitung unterstützten ortsansässige Handwerker die Studenten. ~dr