gebaute unschärfe

Die Architektenpläne für die Nachfolgebauten der beiden zerstörten Meisterhäuser von Gropius (Abb.) und Moholy-Nagy in Dessau sollen im Juni vor Ort der Öffentlichkeit präsentiert werden. Bereits im April wurde das Berliner Büro Bruno Fioretti Marquez, das das Verfahren zwischen sechs eingeladenen Büros für sich entschieden hatte, per Stadtratsbeschluss damit beauftragt. Derzeit allerdings, so scheint es, müssen alle Details unter den Verantwortlichen der Stadt, des Bauhauses und der Denkmalschutzbehörde bis ins Detail geklärt werden, bevor man den Schritt an die Öffentlichkeit wagt. Ein zweites Debakel wie beim ersten Wettbewerb (ohne eindeutige Bauempfehlung), bei dem die unversöhnliche Haltung der Entscheidungsträger zu Rekonstruktion, Konservierung oder Neuinterpretation offen zu Tage trat, soll es nicht geben. Nun trägt der aktuelle Siegerentwurf auch dem Interesse der Stadt Dessau-Roßlau Rechnung und sieht vor, die Volumen der Originalentwürfe an gleicher Stelle wieder zu errichten, doch abstrahiert. Die neuen Meisterhäuser sollen den Charakter von auf 1:1-Maßstab vergrößerten Gipsmodellen, also die Idee der Häuser transportieren. ~mh