… Leipzig

Museum der bildenden Künste
Standort: Sachsenplatz
Architekten: Hufnagel Pütz Rafaelian, Berlin
Fertigstellung: November 2004

Der bedeutendste Museumsneubau in Ostdeutschland ist ein hochrechteckiges und trotz seiner Größe eher unscheinbares graues Haus im Zentrum Leipzigs. Hufnagel Pütz Rafaelian schufen eine provozierend einfache Form, deren Außenwirkung noch nicht abschließend beurteilt werden kann, da bisher für die Einfassung durch L-förmige Blockrandbauten die Finanz- und für die technisch anspruchsvolle Glasfassade die planerische Kraft fehlte.
Die innere Gliederung unterscheidet sich von vergleichbaren Beispielen. Vier Eingänge führen in flache Vorzonen oder zwei hohe Hallen, die der zentralen und erstaunlich niedrigen Empfangszone vorgeschaltet sind. Ein holzumschlossenes Treppenhaus leitet nach oben in eine längsgestreckte, hohe Halle, in der sich das komplexe Innenleben des Museums mit seinen offenen und geschlossenen Bereichen selbst erklärt. Hier verdichten sich alle Informationen zum Raumbild einer modernen Architektur, die keine Angst vor Monumentalität verspürt. Überdimensionale Fenster geben den Blick auf die umliegende Stadt frei und schaffen Orientierung. Große innere Öffnungen bieten Durchblicke quer durch die verschiedenen Ebenen, dabei zeichnen sich die fensterlosen, mit Holzfußböden, farbigen Wänden und Lichtdecken konventionell gestalteten und zuweilen verschachtelten Ausstellungsräume plastisch ab.
~Ulrich Höhns