… Graz

Literaturhaus, Franz Nabl Institut
Standort: Elisabethstraße 30 Architekten: Riegler Riewe Architekten, Graz Fertigstellung: 2003

Lange hat man in Graz für die Einrichtung eines Literaturhauses gekämpft, im Rahmen der Kulturhauptstadt 2003 ist das Projekt nun endlich verwirklicht worden. Das verhältnismäßig verwinkelte Stadtpalais aus dem 19. Jahrhundert bot zwar ausreichend Platz für das Franz Nabl Institut der Universität und für Ausstellungsräume, ein Veranstaltungssaal musste aber in einem Anbau untergebracht werden. Riegler Riewe ergänzten den L-förmigen Altbau zu einer U-förmigen Anlage, die sich zum Garten hin öffnet und eine um ein knappes Geschoss angehobene Terrasse umschließt. Darunter befindet sich der Vortragssaal, der über seine ganze Breite mit einer Art Freitreppe an eine wiederum abgesenkte Gartenterrasse angebunden ist. Mit diesem Kunstgriff geben die Architekten dem Raum die nötige Höhe, sorgen für eine natürliche Belichtung und schaffen doch eine gewisse Distanz zum Garten. Dieser ist mit geschnittenen Buchsbäumen in Reih und Glied sowie einem von Gerhard Jonke gestalteten Wasserspiel dem Altbau ebenso verwandt wie dem Neubau aus Sichtbeton. Die Härte des Materials und der Kontrast zum Altbau werden durch eine gelbe Lasur gemildert, die südliches Flair verbreitet. Bleibt zu erwähnen, dass die Raumaufteilung nicht immer glücklich ist, aber da die Einbauten jederzeit verändert werden können, ist diese Einschränkung reversibel. Maren Harnack