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Neuer Wohnraum durch Anbauen und Umbauen

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Neuer Wohnraum durch Anbauen und Umbauen. 256 S., Hardcover, 39,90 Euro, Gestalten Verlag, Berlin 2017

~Simone Hübener

Wenn man diese Neuerscheinung aufklappt, ist man ziemlich überrascht: Unmittelbar auf das Deckblatt folgt das Vorwort, ein Inhaltsverzeichnis sucht man vergebens (auch am Ende des Buchs). Eine Einleitung – Fehlanzeige. Ebenso wird gleich deutlich, dass es den Grafikern Spaß machte, mit verschiedenen Schriftarten, -stilen und -größen sowie der Kombination aus Text und Bild zu spielen. Am besten versucht man, dies alles erst einmal auszublenden, um mehr über die Konzeption dieses Buchs zu erfahren. Bei allen Gebäuden, die in der Publikation gezeigt werden, wurde immer ein Teil der vorhandenen Bausubstanz wiederverwendet – auf erstaunliche, bizarre, eigenwillige und individuelle Weise. Entstanden sind vielfältige Wohn-und Lebensräume für unterschiedliche Bedürfnisse und Menschen. Die Häuser sind allesamt in Europa zu finden und zeigen die ganze Bandbreite an Aufgaben, die sich Architekten beim Umbauen und Anbauen von Bestehendem stellen können: eine Kirche, die sich in ein Wohnhaus verwandelt, ein Bauernhaus, dem eine junge Familie Leben einhaucht, eine alte Scheune, die sich nach mehr als 150 Jahren an einem anderen Ort wiederfindet. Wenngleich die beiden Worte des Untertitels »Anbauen« und »Umbauen« manchmal etwas übertrieben zu sein scheinen – wurde bei einigen Bauten fast die gesamte alte Substanz eben nicht wiederverwertet und auch nicht erweitert –, bereitet es große Freude, sich das Buch anzuschauen und zu erfahren, was Architekten mit ihrem Ideenreichtum möglich machen. »Anschauen« trifft es in diesem Fall gut, denn das Buch lebt von Bildern, zeigt nur selten Pläne der Gebäude. Die Texte sind recht knapp gehalten, liefern allerdings dennoch einige fundierte Informationen. Bautafeln mit den wichtigsten Eckdaten, v. a. zum Jahr des Umbaus, fehlen komplett, wären für manche Leser aber wichtig gewesen. Des Weiteren lässt sich die Gesamtstruktur der Häuser oftmals nicht erschließen, da die meisten auf lediglich vier oder sechs Seiten und mit großformatigen Bildern präsentiert werden. So eignen sich die mehr als 50 vorgestellten Projekte letztlich für zukünftige Bauherren und Architekten, die sich erst einmal inspirieren lassen und nicht zu sehr in die Tiefe gehen möchten.