»Respekt und Perspektive. Bauen im Bestand Preis 2016«

db-Preis verliehen

Die Preisträger des 2016 zum zweiten Mal ausgeschriebenen db-Wettbewerbs für vorbildliche Lösungen beim Umgang mit Bestandsbauten stehen fest!

Die Resonanz auf den db-Wettbewerb war mit 289 Einreichungen aus Deutschland, Österreich, Südtirol und der Schweiz auch in diesem Jahr phänomenal und die Bandbreite und Qualität der Projekte außergewöhnlich hoch. Die drei Preisträger sowie die sieben vergebenen Anerkennungen spiegeln dies wider und bilden zudem die Vielfalt der anfallenden Aufgaben beim Thema Bauen im Bestand ab.
Der Preis, den die db deutsche bauzeitung zusammen mit Saint-Gobain Weber ausschreibt, wird seit 2014 alle zwei Jahre vergeben und ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert.

Vergeben wurden drei Preise, die jeweils mit 5.000 Euro dotiert sind, und sieben Anerkennungen:

Preis:
• Umbau und Sanierung städtisches Verwaltungsgebäude in Saarbrücken, BAYER & STROBEL ARCHITEKTEN, Kaiserslautern
Preis:
• Umbau und Erweiterung eines Apartmenthauses zum Hotel in Basel (CH), Buchner Bründler Architekten, Basel
Preis:
Sanierung, Umbau und Restaurierung des Burgklosters als Bestandteil des Europäischen Hansemuseums in Lübeck, Studio Andreas Heller Architects & Designers, Hamburg

Anerkennungen:
lilitt bollinger studio, Basel – Umbau Wohnhaus, Obstalden (CH) »
• SchneiderGmür Architektur, Winterthur – Erweiterung Dreifamilienhaus, Winterthur (CH)
• 05 Architekten – Raab Hafke Lang, Frankfurt a.M. – Effizienzhaus Plus im Altbau, Neu-Ulm
• Markus Scherer, Meran – Umbau und Erweiterung Baukörper C, Festung Franzensfeste (I)
• LoebnerSchäferWeber, Heidelberg – Umnutzung eines vormaligen Bahnwasserturms, Heidelberg
Meixner Schlüter Wendt Architekten, Frankfurt a.M. – Umbau und Sanierung Lessing-Gymnasium Frankfurt a.M. »
• CARSTEN ROTH ARCHITEKT – Fassadengestaltung und energetische Sanierung Wohnungsbau, Hamburg

Ausgezeichnet wurden Sanierungen, Umbauten und Erweiterungen, bei denen beispielhafte und über technisch etablierte Standards hinausgehende Lösungen umgesetzt wurden und die zudem durch herausragende Gestaltqualitäten überzeugen.

Preis: Umbau und Sanierung städtisches Verwaltungsgebäude in Saarbrücken,
BAYER & STROBEL ARCHITEKTEN, Kaiserslautern
Die Arbeit zeigt beispielhaft, wie sich ein zweckmäßiger Verwaltungsbau aus der Nachkriegszeit sowohl an veränderte Nutzungen als auch zeitgemäße technische Standards anpassen lässt. Die ruhige Materialisierung sowie die Öffnung zum Straßenraum werten das Gebäude und damit auch sein städtisches Umfeld deutlich auf. Unter konsequenter Ausnutzung der vorhandenen Tragstruktur konnten großzügige und helle Innenräume mit einladender Atmosphäre für städtische Mitarbeiter und Bürger entstehen. Als kommunale »Standard-Bauaufgabe«, die in großer Zahl überall ansteht, erweist sich die Arbeit als wegweisend.

Preis: Umbau und Erweiterung eines Apartmenthauses zum Hotel in Basel (CH),
Buchner Bründler Architekten, Basel
Durch die gelungene gestalterische Auseinandersetzung mit der unter Denkmalschutz stehenden Architektur der 50er Jahre werden die »Zeitschichten« des Gebäudes erlebbar. Die Ergänzungen am Gebäude sind zwar ablesbar, bilden dabei jedoch eine Einheit mit dem Bestand. So wird die bereits vorhandene Qualität der Architektur unter Wahrung ihres Charakters gestärkt. Das entstandene Vier-Sterne-Hotel zeigt sich in einer zeitgemäßen Ästhetik, die u.a. durch sichtbare Brüche die Neugier des Betrachters weckt. Die Arbeit zeigt sich als lustvolles Statement zum Umgang mit denkmalgeschütztem Bestand, ohne den nötigen Respekt davor zu verlieren.

Preis: Sanierung, Umbau und Restaurierung des Burgklosters als Bestandteil des Europäischen Hansemuseums in Lübeck, Studio Andreas Heller Architects & Designers, Hamburg
Die Vielschichtigkeit der Bauaufgabe auf historisch bedeutendem Areal präsentiert sich als fein austariertes Ensemble aus Freiräumen, behutsam sanierten und bereinigten Baudenkmälern sowie einem Museumsneubau. Materialwahl und Formgebung der vielgestalten Eingriffe sowie die sorgfältige städtebauliche Fügung tragen die souveräne Neuordnung des sensiblen Stadtraums. Trotz aller Behutsamkeit beim Umgang mit dem Bestand bleibt der Neubau des Museums als anspruchsvolle, zeitgemäße Architektur erkennbar und verortet das Gesamtensemble in der Gegenwart.

Jury:
Dipl.-Ing. Alexis Angelis, Angelis & Partner Architekten
Dipl.-Ing. Matthias Burkart, 4a Architekten
Dipl.-Ing. Christian Duder, Werner Sobek Group
Dipl.-Ing. Andreas Veauthier, av-a Veauthier Architekten
Dipl.-Ing. Georg J. Kolbe, Saint-Gobain Weber
Dipl.-Ing. Ulrike Kunkel, Chefredakteurin db
Dipl.-Ing. Christian Schönwetter, Redakteur db-Metamorphose

Die Preisträger-Projekte gibt es umfassend in db 12/2016 » zu bewundern.