Kolossale Konstruktionen

Von Will Pryce. 304 Seiten mit 240 meist farbigen Abbildungen. Gebunden, 49 Euro, 78 sFr. Verlag Niggli AG, Sulgen, 2007

~Peter Struck

Riesige Arenen, gewaltige Terminals und gigantische Hallen belegen die aktuelle Neigung der Architektur zum großen Maßstab. Vierzig innovative Bauten unter anderem von Frank O. Gehry, Norman Foster, Jean Nouvel bis hin zu Toyo Ito werden nach Funktionen geordnet vorgestellt. Sind Hallen für Ausstellungen und Messen meist neutrale »Behälter«, die von stützenfreien Konstruktionen überspannt werden, die eine größtmögliche Flexibilität im Innern gewährleisten, so werden die Konstruktionen bei Verkehrsbauten regelrecht zur Schau gestellt, wie im Fall des Stuttgarter Flughafens von gmp, dessen baumartige Stützen sich auf ihrem Weg zum Dach 48-mal verzweigen.
Kulturelle Bauwerke unterliegen wieder ganz eigenen ästhetischen Gesetzen, werden als eigenwillige zeichenhafte Bauten zu stadtbeherrschenden Ikonen wie Calatravas neogotisches Betonskelett der Ciudad de las Artes y las Ciencias in Valencia. Die weltweit größte stützenfreie Konstruktion, die Cargo Lifter Werfthalle bei Berlin mit ihren gigantischen halbkeisförmigen Toren bildet mit ihren Proportionen die Form der Luftschiffe ab, die in ihr gebaut werden sollten.
Ein einleitender Text führt zurück zu den Ursprüngen dieser Großbauwerke: zu den Eisenkonstruktionen des 19. Jahrhunderts und den frühen Industriebauten des 20. Jahrhunderts wie etwa dem Alfelder Fagus-Werk von Walter Gropius. Das Gewicht des übrigen Bandes dagegen liegt auf den Fotografien von Will Pryce. Die Auswahl der Bauten ist nicht immer überzeugend, wird aber mit Zeichnungen, Plänen und knappen, technischen Texten umfassend dokumentiert.