Gute NachrichtEn aus New Orleans

Die ersten sechs Häuser im zerstörten Lower 9th Ward (siehe db 2/08, Seite 14) sind bezogen. Damit entsteht langsam, dreieinhalb Jahre nach dem Hurrikan Katrina, die Nachbarschaft wieder neu. Die obdachlos gewordenen Bewohner konnten aus 13 Entwürfen von lokalen und internationalen Architekten wählen. Zu den jetzt umgesetzten Entwürfen gehört auch der von Graft, Berlin. Die Häuser kosten im Schnitt 150 000 Dollar und können von Bürgern gekauft werden, die dafür die Versicherung und Steuern zahlen können. Bis zu dreißig Prozent der Baukosten übernimmt die Stiftung Make It Right von Brad Pitt in Form von Darlehen. Die Architektur verbindet moderne und traditionelle Elemente. So sind die großen Veranden und Raumhöhen regionaltypische Merkmale, während Klimatisierung und fäulnis- und termitenresistente Materialien sowie die Anordnung der Räume oder die Haustechnik aktuelle Standards repräsentieren. Alle Häuser haben eine Fluchtklappe, zum Beispiel ein speziell dafür vorgesehenes Dachflächenfenster, und entsprechen den Öko-Richtlinien von William McDonough, wozu Solarpaneele, dezentrale Wassererwärmung und nahezu emissionsfreie Teppiche und Wandfarben gehören. Um diese Hightech-Ausstattung richtig zu handhaben, bekommen die Bewohner Unterstützung von einem lokalen Sozialdienst, der auch zum Beispiel bei Verhandlungen mit den städtischen Energieversorgern hilft, wenn etwa während der Evakuierungszeit durch einen zerstörten Wasserhahn Rechnungen von dreitausend Dollar aufgelaufen sind. Weitere zehn Häuser werden gegenwärtig gebaut, knapp dreißig sind in der Planung, hundertfünfzig sollen es werden. Brad Pitt »hätte sehr gern tausend«. Damit könnte sich der Lower 9th Ward in eine »High-Performance-Nachbarschaft« entwickeln. ~dr