Fähigkeiten sehen

Nicht auf die Defizite von Demenzkranken, sondern auf deren noch vorhandene Fähigkeiten und Lebenserfahrungen konzentriert sich das Kommunikationsmöbel »Memobil«, das das Wiener Architekturbüro gaupenraub zusammen mit der Designberatung section.a für Pflegeheime und Tageseinrichtungen entwickelt hat. Das oft noch lange funktionierende Langzeitgedächtnis wird durch möglichst originale Gegenstände aus der Geschichte der Patienten angeregt. Das fördert die Kommunikation zwischen ihnen, ihren Angehörigen und dem Pflegepersonal, die oft schwierig und emotional belastend wird. Der Prototyp wurde in einem Wiener Pflegezentrum getestet. Und tatsächlich ruft etwa der Ledergeruch einer alten Schultasche deutliche Reaktionen hervor, wie die Pflegedienstleiterin berichtet. Auch der Tastsinn wird angesprochen, z. B. durch unterschiedliche Oberflächen. In Form einer altmodischen Küchenkredenz gestaltet, vermittelt das Möbel dadurch ein Gefühl der Beheimatung und kann für die Nutzer mit individuellen Erinnerungsstücken befüllt werden. ~dr