Archiv nach Monaten: August 2010

Nostalgische Wohlfühlarchitektur ist doch keine Baukunst!

Die Mehrheit der Architekten hält den neuen Traditionalismus für eine vorübergehende Modetorheit, die Wissenschaft und die Fachpresse findet die Beschäftigung damit degoutant. Dessen Protagonisten jedoch bauen fleißig und unbeirrt und erfreuen sich des Beifalls der Lokalpresse und des breiten Publikums. Eine theoretische Auseinandersetzung fand…

Retrospektiv

Architektur, die sich historisierender Elemente bedient, findet normalerweise keinen Einzug in Fachzeitschriften – in diese bisher auch nicht. Unter Kollegen und in der übrigen Fachwelt gehört es zum guten Ton, die modernen Eklektizisten und ihre Projekte zu schmähen und das Lob des Neuen und Originellen zu singen. Doch machen wir uns nichts vor:…
Zwei Stadtvillen in Frankfurt am Main

Zurück in die Gediegenheit

Auch wenn die einzelnen Formelemente – Bossen, Lisenen, Faschen – keine direkten Vorbilder zitieren, lassen die beiden vier- bzw. fünfgeschossigen Wohnhäuser auf einem ehedem als Parkplatz genutzten Grundstück im Westend doch den Typus des klassizistischen Wohnhauses anklingen, wie er heute stellenweise noch am Mainufer anzutreffen ist. Mit flexibel…
Gedanken zum Werk von Hild und K

Feine Antworten auf alte Fragen

Kaum ein Büro ist stilistisch derart schwer zu fassen wie Hild und K: Die Erinnerung an Bekanntes schwingt in ihren Entwürfen stets mit, ohne dass man von einer »Zitate-Architektur« sprechen könnte. Unsere Autorin spürt im Gespräch mit Andreas Hild und Dionys Ottl deren akribischer Konzept- und Entwurfsarbeit nach.
Gespräch mit Prof. Dörte Gatermann

Offenheit zulassen

Dem äußeren Erscheinungsbild des Kölner Bürokomplexes »Dominium« mit seiner historisierenden Formensprache steht im Innern ein Gestaltungskonzept gegenüber, das vom Architekturbüro Gatermann + Schossig dezidiert gegen die gravitätisch wirkende Gebäudestruktur gesetzt wurde. Reinhart Wustlich traf sich vor Ort mit Dörte Gatermann und ihrem Projektleiter…
Bürogebäude »Dominium« in Köln

Qualität und Widerspruch

Der Bürokomplex unweit des Doms war zunächst für 45 separate Miet-Einheiten ausgelegt. Beim Entwurf der Außenhülle ließ Hans Kollhoff die Körnung kleinteiliger Gebäudeparzellierungen und historischer Fassadenausbildungen anklingen. Die später mit dem Innenausbau beauftragten Architekten Gatermann + Schossig wählten den Bruch zum Stil der Fassaden…

Ohne Titel

Die Vertreter einer traditionalistischen Architek-tursprache erzeugen beim Betrachter und Nutzer vor allem Bilder. Dazu bedienen sie sich bekannter (und beliebter) architektonischer Elemente, die je nach Bedarf zusammengestellt werden. Doch aus welchen architekturgeschichtlichen Epochen bediente sich Matthias Ocker bei seinem Projekt Hegehof-Terrassen?…
Wohnsiedlung Eulachhof in Winterthur (CH)

Marktfähig

Leichtbauweise, Ausrichtung zur Sonne und innovative Speicherfassaden, die das Erscheinungsbild wohltuend mitprägen, sind die wesentlichen Merkmale der ersten Nullenergie- und Vorzeigesiedlung der Schweiz. Dass sie in Passivhausbauweise errichtet wurde, ist privaten Bauträgern zu verdanken. Doch das nachhaltige Konzept geht nur auf, wenn auch die…
Historisierendes Bauen in Hamburg

Falsche Aristokraten

Nicht nur, aber auch in Hamburg lässt sich der Hang zum neuen Traditionalismus durchaus als Massenphänomen bezeichnen. Retro-Neubauten sind gefragt und werden somit auch gebaut. Seit neuestem sogar mit ausdrücklicher Befürwortung durch die Hamburger Politik. Unser Autor betrachtet das Phänomen kritisch und stellt in diesem Zusammenhang die Projekte…

Stuttgarter Hauptbahnhof: Es geht ans Eingemachte

~Der Nordflügel des Stuttgarter Hauptbahnhofs wird seit heute rückgebaut. An sich ist das alleine noch keine Meldung wert. Allerdings handelt es sich beim Bahnhofsgebäude um ein hochrangiges Baudenkmal und beim Abriss des Seitenflügels um das erste sichtbare Zeichen einer tiefgreifenden Umgestaltung, nicht nur des Bahnhofs, sondern gleich der gesamten…