db0817_Klosterwall_KPW_Papay_Warncke_und_Partner_Architekten.jpg
Visualisierung: KPW Papay Warncke und Partner Architekten

Hamburg: City-Hof reloaded

~Jürgen Tietz

Das Ende der Denkmalpflege ist schon oft beschworen worden. In Hamburg rückt es nun ganz nahe mit der Entscheidung im Wettbewerb für eine backsteinschwere Stadtkantenschließung von KPW Papay Warncke und Partner – die vor einigen Jahren übrigens das gelungene Katharinenquartier schufen (s. db 7-8/2014, S. 28). Der Wettbewerb fand statt, obgleich der Nachweis eines denkmalgerechten Erhalts der Hamburger Scheibenhochhäuser des City-Hofs (s. auch db 10/2015, S. 144, und db 4/2015, S. 3) längst erbracht wurde.

Der Umgang mit Denkmalen besitzt in Hamburg inzwischen Züge einer Farce, unterläuft die »Freie und Abrissstadt« doch nach Belieben das eigene, erst 2013 novellierte Denkmalschutzgesetz, in dem die Hansestadt gehalten ist, »als Eigentümerin (…) durch vorbildliche Unterhaltungsmaßnahmen an Denkmälern für den Wert des kulturellen Erbes in der Öffentlichkeit« einzutreten. Das Gegenteil ist allzu oft der Fall: bei der Zerstörung der Geschwister-Scholl-Schule (Architekten Van den Broek und Bakema) ebenso wie bei der Genehmigung einer pseudobegrünten Aufstockung des Feldstraßen-Bunkers in St. Pauli aus dem »Dritten Reich«. Dank Mittäterschaft der Grünen wird das Monument nun um seinen Mahnmalcharakter gebracht. Derweil wird am Billbrookdeich eine Fabrikanlage – natürlich trotz Denkmalschutz – vom Hamburger Senat zum »Abschuss« freigegeben. Ist das noch Demokratie oder bereits »Olaf-Scholzokratie«? Fragt sich auch, auf welcher Grundlage das Hamburger Denkmalamt künftig arbeiten soll, wenn schon der Senat der Hansestadt seine Vorbildfunktion in Sachen Denkmalschutz verweigert.

Den Verein City-Hof e.V. möchte die Bürger der Hansestadt aufrütteln und zur Partizipation animieren und informiert über den Sachstand in Bezug auf die City-Hof-Hochhäuser zur Website des Vereins City-Hof e.V. »