Revitalisierung des Salamander-Areals mit energieeffizienter Schaumglas-Innendämmung

Neue Urbanität

Eine Mischung aus Loft-Wohnungen, Schuh- und Modeläden belebt den ehemaligen Industriestandort in Kornwestheim neu. Hochwertige Baustoffe und der Einsatz energieeffizienter FOAMGLAS® Innendämmung setzen hohe Qualitätsstandards und machen die teilweise denkmalgeschützte Industriearchitektur attraktiv, umweltfreundlich und zukunftssicher.

~Dirk Vogt

Unter dem Namen »J. Sigle & Cie« wurde Salamander im Jahr 1885 gegründet. »Lurchi«, die Symbolfigur des Unternehmens, war eine innovative Marketingidee auf dem Weg von einer Schuhwerkstatt zu einem weltweit tätigen Schuhkonzern. Bis 1967 war es eine baden-württembergische Erfolgsgeschichte – danach wechselte der traditionsreiche Stammsitz mehrfach den Besitzer. Zum Ende des Jahres 2009 erwarb eine Projektgesellschaft der IMMOVATION Unternehmensgruppe den historischen Gebäudekomplex. Das Ergebnis einer Chancen-Risiken-Analyse ergab, dass nicht nur die Bausubstanz des Areals hervorragend ist, sondern auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Erwerb und die Entwicklung des Objekts sehr günstig sind. Im Zentrum der Planung stand die Wiederbelebung des gesamten Areals mit einer vielfältigen Nutzung aus Wohnen und Einkaufen, Dienstleistungen und Gewerbe in einem zeitgemäßen urbanen Umfeld. Dabei musste auch der Denkmalschutz einiger Gebäude berücksichtigt werden.

Energetische Ertüchtigungen von Bestandsgebäuden gewinnen zunehmend an Bedeutung. Damit verbunden, ergibt sich immer mehr die Notwendigkeit von Innendämmmaßnahmen. Hier hat sich in den letzten Jahren viel getan. Welche Variante sich für das jeweilige Projekt am besten eignet, ist daher genau zu prüfen.Die dampf- und wasserdichten, nicht brennbaren und robusten FOAMGLAS® Innendämmsysteme decken eine breite Nutzungsvielfalt ab: sie reicht vom Schwimmbad bis zu Wohn- und Geschäftsräumen. Die Verwendung eines nichtbrennbaren Dämmstoffs ist nicht nur für Wohn-, Hotel- und Gaststättenräume sowie öffentliche Bauten von Vorteil – auch hohe Treppenhäuser, Flucht- und Rettungswege sollten so ausgestattet werden.

Vorteile der FOAMGLAS® Innendämmung

  • konstanter Wärme- und Tauwasserschutz
  • antimikrobiell und schützt vor Feuchtigkeit im Wandquerschnitt – auch bei salzbelasteter Altbausubstanz
  • keine Schimmelbildung
  • keine Strahlungskälte
  • Vermeiden von Wärmebrücken
  • nutzerunabhängige Beschaffenheit
  • Druckstabilität und vielseitige Oberflächengestaltung
  • deutliche Verbesserung der Schall-Längsleitung (bis zu 5 dB)
  • ökologisch und baubiologisch zertifiziertes Bauprodukt
  • Energieeinsparung und nachhaltige Verbesserung der Wohnatmosphäre

Bei der Planung einer Innendämmung muss sichergestellt werden, dass die Außenkonstruktionen einen ausreichenden Witterungsschutz besitzen. Bei geschädigten Außenwänden müssen zusätzlich der Durchfeuchtungsgrad der Außenwandkonstruktion und ggf. vorhandene Schadsalzkonzentrationen und deren Ursachen ermittelt werden. Erhöhte Durchfeuchtungsgrade sowie erhöhte Schadsalzlasten können entscheidend für die Wahl eines geschlossenzelligen Dämmstoffs wie FOAMGLAS® für die raumseitige Nachrüstung sein. Die Bemessung der Dämmschichtdicke für innen muss nicht primär unter Berücksichtigung der Energieeinsparung, sondern unter Berücksichtigung der Auswirkungen auf das Bauwerk erfolgen. Hier kann weniger mehr sein. Ausgangspunkt für die Bemessung der Wärmedämmschichtdicke müssen die Ab- und Anschlusspunkte der Innendämmung und die damit verbundenen Wärmebrückeneffekte sein.

Zukunftssichere Materialwahl

Beim Salamander-Areal setzte der Projektentwickler auf Stabilität und Nachhaltigkeit. Aufgrund der langfristigen Nutzung des Investors in Bezug auf die Vermietung von hochwertigen Wohnungen, wurde hier FOAMGLAS® als ökologisch wertvolle Innendämmung gewählt. Rein mineralisches Schaumglas ist auch unter den Gesichtspunkten des Denkmalschutzes ein bevorzugter Dämmstoff. Der Investor sprach sich gegen eine kostengünstigere Lösung aus, da er in absehbarer Zeit nicht zu Sanierungsarbeiten gezwungen sein wollte. Mit dem hier ausgeführten 15 mm Gipsputz auf der FOAMGLAS® Dämmung sind den Mietern auch Dübelarbeiten zum Anbringen von Bilderrahmen möglich. Man sollte sich immer fragen, ob man dauerhaft sicherstellen kann, dass die bei einzelnen Systemen vorausgesetzten Oberflächenbeschaffenheiten Bestand haben werden. Außerdem ist es oftmals schwierig, dem Nutzer zu vermitteln, dass nur ganz bestimmte Farb- oder Oberflächenbehandlungssysteme an den Decken und Wänden möglich sind. Die hier eingesetzte FOAMGLAS-Variante dagegen gewährleistet große Gestaltungsfreiheit in den neu gestalteten Loft-Wohnungen.

Komplett gedämmt an allen Bauteilen

Die Schaumglas-Innendämmung kam sowohl an den Wänden als auch an den Decken und Böden des Salamander-Areals zum Einsatz. Bei der Wand- und Deckendämmung wurde zunächst ein Voranstrich auf die rohen Betondecken bzw. -wände aufgetragen. Anschließend wurden bei beiden Varianten die FOAMGLAS® Platten »T4+« befestigt. Bei der Wanddämmung wurden die Platten mit dem lösungsmittelfreien Zweikomponenten-Reaktionskleber »PC®56« verklebt. Abschließend wurde der 15 mm dicke Gipsputz mit Armierungsgewebe aufgetragen. Bei der Deckendämmung werden die Dämmplatten ebenfalls mit PC®56 geklebt, aber zusätzlich von »PC®Ankern F« aus Edelstahl gesichert. Durch die Ankerbefestigung wird die dampfdichte Schicht der Platten nicht durchbrochen. An der Decke befestigte Schwinghänger tragen die Metallunterkonstruktion mit der abschließenden Plattendeckung. Für die Dämmung der Böden wurde zunächst eine Ausgleichsschicht Fließspachtel auf die Betonböden aufgebracht. Die Dämmplatten »FOAMGLAS® FLOOR BOARD« wurde darauf lose verlegt. Darauf wurden Trockenbauplatten und der jeweils gewählte Bodenbelag verlegt.

Der Autor ist Marketingleiter bei Deutsche FOAMGLAS®.


  • Objekt: Salamander-Areal, Stammheimer Straße, Kornwestheim Bauherr: Immovation Immobilien, Kassel Planer: muellerotte architektur, Kornwestheim Verarbeiter: IDEWA baugesellschaft, Wipfratal Material: Innendämmung mit Gipsputz: Wände, Decken »FOAMGLAS® T4+« 80 mm, 60 mm, 40 mm, ingesamt 3 650 m2 Fertigstellung: 2012