Peter Kulka (Frankfurt am Main)

»Minimalismus und Sinnlichkeit« lautet der poetisch anmutende Titel der umfassenden Werkschau des 1937 in Dresden geborenen Architekten. Der Henselmann-Schüler floh 1965 in den Westen. Nach Mitarbeit bei Sharoun machte er sich selbstständig. 1991 kehrte Kulka zurück nach Dresden. Der Sächsische Landtag stellt einen Höhepunkt in seinem Werk dar und gilt als einer der bedeutenden baulichen Entwürfe deutscher Demokratie.

In Anlehnung an die Moderne entstehen klare, formal reduzierte Gebäude. Theater und Bühnenbild übten auf den jungen Kulka eine große Anziehungskraft aus. Das Interesse am Inszenatorischen fließt in seine Architektur ein. Trotz durchgängig minimalistischer Formensprache sind seine Bauten vielfältig, so das »Haus der Stille« in Meschede, die Neugestaltung des Konzerthauses am Gendarmenmarkt Berlin oder das Bosch Haus Heidehof in Stuttgart. Der sensible Umgang mit historischem Bestand hat zunehmend an Bedeutung gewonnen – ein Beispiel ist die Sanierung des Deutschen Hygienemuseums Dresden. Die Ausstellung, kuratiert von Yorck Förster, konzentriert sich auf die letzten 15 Schaffensjahre. 22 Projekte sind gegliedert in thematische Gruppen, die die unterschiedlichen Entwicklungslinien in Kulkas Werk nachempfinden. Einem Wandelgang gleich schlendert der Besucher zunächst an Kulkas chronologisch skizziertem Lebensweg entlang – begleitet von kleinen Schwarz-Weiß-Fotografien. Im Herzen der Ausstellung kehrt sich die Darstellung in farbige und großformatige Elemente auf dunklem Grund um. Der minimalistischen Architektur nachempfunden bietet sich dem Betrachter ein ruhiges und reduziertes Bild. Brita Köhler
Bis 5. Februar. Deutsches Architektur Museum (DAM), Schaumainkai 43, Di – So 11 – 18 Uhr, Mi 11 – 20 Uhr, Katalog 28 Euro, www.dam-online.de