Modernisierung eines Luxushotels nahe Donaueschingen

Neue Raumkonzepte

Unter dem Titel »Öschberghof reloaded« präsentiert sich das 4 Sterne Superior Golfhotel Öschberghof nach seinen umfangreichen Umbaumaßnahmen. Rund 55 Mio. Euro wurden investiert, um auch in Zukunft den Bedürfnissen der anspruchsvollen Gäste gerecht zu werden. In den Deluxe Zimmern und Suiten wurden moderne Raumkonzepte realisiert, bei denen in der Wand laufende Schiebetüren eine wichtige Rolle spielen.

~Dietmar Bleck, Baufach –
journalist aus Trier

Die Geschichte des Öschberghof beginnt mit der Vorliebe eines Kaufmanns aus Essen für den Golfsport. Karl Hans Albrecht, einer der beiden ALDI-Gründer, war seit den 70er Jahren einer der wohl reichsten Menschen Deutschlands. Er schottete sich konsequent ab und so drang nichts Privates an die Öffentlichkeit, selbst Bilder von ihm waren rar. Heute wissen wir: Albrecht schätzte den Golfsport. So sehr, dass er sich 1976 in der Nähe von Donaueschingen einen eigenen Golfplatz mit Hotel bauen ließ – den Öschberghof.

Nach 40 Jahren und – laut Hotelangaben – 2,5 Mio. Übernachtungsgästen, war es an der Zeit, den Öschberghof für die zukünftigen Bedürfnisse der Hotelgäste, die ganz überwiegend Golfer sind, fit zu machen. In »Öschberg reloaded«, wie das
4 Sterne Superior-Haus seine Transformation selbst bezeichnet, wurden rund 55 Mio. Euro investiert.

Golf ist und bleibt das beherrschende Thema im neuen Öschberghof. Das Hotel gehört seit Oktober 2013 zu einem der sechs Leistungs- und Talentstützpunkte des Baden-Württembergischen Golfverbands (BWGV). Für den Neustart wurde das Golfangebot auf 45-Loch ausgebaut. Sowohl der neue 18-Loch East Course und der 9-Loch West Course als auch der 18-Loch Old Course, der vor seiner Neueröffnung umfangreich überarbeitet wurde, sind vom Hotel aus zu Fuß in weniger als fünf Minuten erreichbar. Auch am Gebäude wurden weitreichende Umbauarbeiten vorgenommen. Über eine Hotelvorfahrt gelangt man in die neue, 8 m hohe Lobby, die sich mit Bibliothek, Kaminecke sowie Tagesbar als ausgedehnte Lounge mit hoher Aufenthaltsqualität präsentiert. Das Gepäck und den eigenen Wagen übergibt der Gast an der Vorfahrt an die Pagen. Sie parken ihn in der neuen Tiefgarage, in der 140 Fahrzeuge Platz finden.

Auch der Wellnessbereich wurde massiv ausgebaut. Der Indoor-Pool mit seinen für ein Hotel beachtlichen Maßen von 12,5 x 25 m blieb bestehen und ist jetzt das Zentrum eines neuen, 5 000 m2 großen »ÖSCH SPA«. Dazu zählt auch der neue Außenpool. Er misst 20 x 5 m und ist mit 1,5 % Solewasser gefüllt. Der Pool ist beheizt und ganzjährig nutzbar. Zum Wellnessbereich gehört zudem ein 250 m2 großes Fitnesszentrum.

Die Zimmeranzahl wurde von 68 auf 125 fast verdoppelt. Dafür wurde eigens ein neues Gebäude errichtet, das 24 Deluxe Zimmer und 3 Junior Suiten mit Blick in Richtung Süden auf den Abschlag des East Course beherbergt. Die neuen Zimmer sind luxuriöse 36 m2 groß. Sie verfügen über einen Eingangsbereich mit Ankleide, einer Sitzecke, und natürlich einem Schlafbereich. Bad und WC sind räumlich getrennt. Beide Räume werden durch je eine mattierte Glasschiebetür erschlossen. Sie wird mit einem »Belport Einbauelement« von Wingburg in der Wand bewegt und verschwindet auf Wunsch fast vollständig. Dies trägt erheblich zum großzügigen Eindruck der Deluxe Zimmer bei und hat noch dazu ganz praktische Vorteile: Gerade in kleinen Räumen wie einem WC trägt es erheblich zum positiven Raumerleben bei, wenn keine Flächen für sich im Raum bewegende Türen freigehalten werden müssen.

Die 3 Junior Suiten haben eine Grundfläche von je 52 m2. Größter Unterschied zum Deluxe Zimmer: Es gibt ein separates Schlafzimmer. Dieses ist vom Wohnbereich mit einer Holzschiebetür abgetrennt, die ebenfalls fast vollständig in der Wand verschwinden kann. Auch das Bad erreicht man durch eine Schiebetür. Privatsphäre erzeugt auf Wunsch eine satinierte Glastür.

Besonders stilvoll residiert man in der neuen Öschberg Suite. Sie besteht aus zwei Räumen und hat die stattliche Größe von 110 m2. Neben einer Sitzgruppe verfügt die Suite auch über eine kleine Küche. Im Bad warten Dampfdusche und eine freistehende Badewanne auf die Gäste. Auch hier wurde das Raumkonzept mit Schiebetüren optimiert, indem man den Schlafbereich durch eine Holzschiebetür vom Wohnbereich abgegrenzt hat. Das Bad erreicht man durch eine satinierte Glasschiebetür. Die in der Wand ruhenden Schiebetüren wurden mit Einbauelementen von Wingburg realisiert. Zum Einsatz kamen die in ihrer Gestaltung sehr puristischen, zargenlosen Belport Elemente, die ideal zur schlichten Eleganz der Zimmer passen. Das in den Deluxe Zimmern verwendete »Belport B1T-G« Element wurde speziell für Glastüren entwickelt. Es musste also nicht erst auf der Baustelle aufwendig für die Aufnahme von Glastürblättern ummontiert werden, sondern war bereits ab Werk so ausgestattet, dass es die Glastür mühelos und passgenau aufnehmen konnte. In den Suiten kam zusätzlich das »Belport B1TK-H« Element zum Einsatz, das je nach Ausstattungsvariante – Basis, Avantgarde und Exklusiv – über eine Reihe von werkseitig verbautem Zubehör verfügt. Es wurde entwickelt, um bis zu 40 mm dicke Holztüren in der Wand komfortabel zu bewegen.

Das reduzierte, zargenlose Erscheinungsbild wird über eine Spachtellaibung aus Aluminium-Profilen erreicht, die bereits werksseitig mit den Bauteilen des Türdurchgangs verbunden sind. Durch das Verspachteln mit kunststoffvergütetem Spachtel auf Bewehrungsstreifen erhält das Einbauelement sein flächenbündiges Aussehen und wird zum Teil der Wand. Besonders in hochfrequentierten Räumen wie den Hotelzimmern schützen die hochbelastbaren Spachtelkanten den Türdurchgang vor Beschädigungen.

Einbauelemente von Wingburg sind zu einer festen Größe bei der Planung von Hotelzimmern geworden. Der Öschberghof zeigt in beeindruckender Weise, dass Raumökonomie und ästhetischer Anspruch eine Einheit bilden können.