Auf altem Bitumen

14 Jahre nach der Eröffnung des Gedenkzentrums »Terror Háza« (»Haus des Terrors«) in Budapest mussten im vergangenen Sommer 240 m² Dachabdichtung samt der oberseitigen Abdichtung der auskragenden Schriftzüge erneuert werden. Im Anschlussbereich der Wand waren Feuchtigkeitsschäden aufgetreten, und auch die ausgestanzten Buchstaben waren durch das Wasser in Mitleidenschaft gezogen. Aus Kostengründen sollten die alten, verwitterten Bitumenbahnen allerdings verbleiben. Der beauftragte Verarbeiter schlug die Abdichtung mit der Flüssigabdichtung »Kemperol« vor. Verwendet wurden die Grundierung »Kempertec D« und die Abdichtung »Kemperol 2K-PUR«. Sie verbinden sich während der Aushärtungsphase vollflächig mit dem bituminösen Untergrund und bilden nun eine homogene, naht- und fugenlose Oberfläche. Insbesondere für die kleinteiligen Bereiche der Schriftzüge eignete sich die Flüssigabdichtung ideal. Die Absicherung der Baustelle in 20 m Höhe erforderte besondere Aufmerksamkeit. So nutzten die Verarbeiter durchweg alpine Seiltechnik, Planen und Fangnetze verhinderten, dass durch die Öffnungen etwas auf die Straße hinunterfiel.

Das Haus des Terrors wurde 2002 in einem Gebäude eingerichtet, das an der Prachtstraße Andrássy út liegt und 1880 für einen jüdischen Besitzer errichtet wurde. Es erinnert an das Gefängnis, das hier ab 1937 zunächst den faschistischen Pfeilkreuzlern, nach 1945 dem stalinistischen Regime und ab 1956 dem kommunistischen ungarischen Jugendverband diente. Betrieben wird es von The Public Foundation for the Research of Central and East European History and Society. ~dr