Siedlung Ruggächern

… Zürich-Affoltern (CH)

~Christian Holl

Am Rand von Affoltern sind die Brüche der Peripherie spürbar: dichte Wohnbebauung, Gewerbe und leistungsfähige Verkehrssysteme auf der einen, traditionell geprägte Landschaft auf der anderen Seite. Das neue Quartier wird nach Westen und zur Bahn hin von fünf Zeilentypen eingefasst; dazwischen stehen, gegeneinander versetzt, neun einheitliche Punktbauten. Trotz Offenheit zur Landschaft hin entstand innerhalb der Siedlung ein geschützter Freiraum. Wie Gelenke sind zwei Plätze zwischen Zeilen- und Punkttypen in die Struktur eingebunden. Gemäß der Forderung der Stadt nach familiengerechten Wohnungen sind zwei Drittel der 278 Wohnungen mit viereinhalb oder fünfeinhalb Zimmern ausgestattet, die Erdgeschosse sind Neben- und Gemeinschaftsräumen vorbehalten. Die fünf- bis siebengeschossigen Häuser variieren die kompakte Bauweise, die schon von anderen Projekten des Büros Baumschlager Eberle bekannt ist. Dessen Erfahrung schlägt sich in der Qualität der Grundrisse nieder: Über eine innen liegende Treppe werden je Geschoss meist vier Wohnungen erschlossen, sie können flexibel genutzt werden. Die gegeneinander versetzten, raumhohen Fenster schaffen lebendige Fassaden, für Zürich ungewöhnlich ist der rote Ziegelstein. Dank des kompakten Typs und einer sorgfältigen Planung sind die Wohnungen sparsam im Energieverbrauch.
Standort: Dora-Staudinger-Straße, Nettie-Sutro-Straße Architekten: Baumschlager Eberle Architekturbüro, Vaduz (FL) Fertigstellung: August 2007