… Kehl

Fußgängerbrücke Standort: Rheinufer Architekten/ Ingenieure: Marc Mimram, Paris Fertigstellung: 2004

Das Glück, so der Volksmund, liegt immer auf der anderen Seite des Flusses. Die beiden Ufer des bei Kehl bereits recht breiten Rheins miteinander zu verbinden, gewinnt zudem eine völkerverständigende Wirkung – und ist per se also eine gute Sache. Im Rahmen der Landesgartenschau wurde nun eine extravagante, zweiteilige Brückenvariante fertig: Ein 2,50 Meter schmaler und 275 Meter langer Steg verbindet die Ufer direkt in gerader Linie miteinander; der zweite, fast drei Meter breite und 387 Meter lange Steg führt in einem leichten Schwung in weiter abgelegene Uferzonen – bis zur höher liegenden Uferstraße auf Kehler Seite, bis weit hinein in den französischen Park auf der Straßburger Seite. Die Stege sind dünn und hängen an zwei Pylonen. Zugleich sind sie durch eine Vielzahl sehr kräftiger T-Träger und Diagonalaussteifungen verbunden – der anscheinend problematischen Stabilisierung des Systems sei’s geklagt, dass die Dimensionen dieser Teile recht mächtig ausfielen. In der Mitte der Brücke verbindet eine Plattform die beiden Stege quer miteinander – ein sehr feines Plätzchen in luftiger Höhe über dem Rhein. Die freie Spannweite beträgt 130 Meter, die Schiffdurchfahrt bedarf einer Öffnung von 38 mal 92 Metern. Funktional ist die Brücke gut gelungen, in der Ansicht ist sie zudem recht filigran. Gleichwohl darf der konstruktive Aufwand als erheblich bezeichnet werden. ub