Aus 150 Jahren db

Nun hat die db ihr 150. Jahr vollendet, ein Jahr voller Rückblicke, Veranstaltungen und besonderer Aktionen. Wir bedanken uns bei allen, die mit uns am 8. Dezember gefeiert haben, bei allen, die unseren Wettbewerb »Respekt und Perspektive« wieder zu einem grandiosen Erfolg werden ließen, bei allen Gratulanten und allen, die Spaß hatten am T-Shirts-Bedrucken, Postkartenverschicken, Kickern und Facebook-Liken und nicht zuletzt bei allen, die im Hintergrund gewirkt haben – von den Designerinnen unserer Zitate bis zu den Archivaren in ganz Deutschland.

In dieser Kolumne »Aus 150 Jahren db« haben wir einige Schlaglichter auf Themen geworfen, die heute noch das Spektrum der db definieren – Energie, Wohnen, Rückblicke auf die 20er, 30er und 80er Jahre, Berufsständisches, die Dualität Architekten/Ingenieure, die Architekturkritik – und damit einiges der wunderbaren Vielfalt unserer Disziplin(en) ausgelotet. Viele Fundstücke konnten wir nicht verwenden, sei es der Privatdozent für Ornamentik an der Technischen Hochschule Stuttgart (1927) oder die »Erkenntnis«, dass Frauen angeblich am liebsten blaue Tankstellen ansteuern (1969), und einiges blieb noch übrig, was wohl auch beleuchtenswert wäre. Wollen Sie mehr? Fehlt Ihnen z. B. noch ein Schlaglicht auf die 60er Jahre? Fänden Sie das Thema »Digitales« und Zeichentechnik spannender? Oder interessiert Sie die Haltung der db durch die Jahrzehnte zur Denkmalpflege, zum Bauen im Bestand? Oder die Wahrnehmung von Architektinnen und Ingenieurinnen? Kommen genügend Stimmen zusammen, machen wir uns wieder einmal auf in die Archive und schreiben in lockerer Reihenfolge weitere Kolumnen.
Was nehmen wir mit aus diesem Jahr? Wir haben die db viel besser kennengelernt und auch viel darüber erfahren, was Sie, unsere Leser, an der Zeitschrift schätzen. Und das macht uns zuversichtlich, dass sich die db auch in Zeiten durchsetzen wird, in denen gedruckte Zeitschriften totgesagt werden – immerhin hat sie vier Staatsgründungen und die damit verbundenen Umwälzungen mitgemacht und sich auch zwischendurch immer mal wieder neu erfunden.
Es wäre vermessen, darüber zu spekulieren, was wohl die db in 150 Jahren umtreibt – gegenwärtig stellt sich eher die Frage, wie die Menschheit die nächsten 50 Jahre überlebt. Und so wie seit 1866 die Architektur zwischen Kunst und Technik in ihren (verkürzt gesagt) Ausprägungen als Historismus und Eisenbahnbau oszillierte, wird sie das auch weiterhin tun – nur eben zwischen der Anpassung an den Klimawandel und das Leben in Megacitys einerseits und der Entwicklung einer angemessenen, lebenswerten baulichen Umgebung dafür andererseits. In diesem Sinne: Auf ein wirkungsvolles Jahr 2017! ~dr