ergebnisse des Wettbewerbs

Gecko – think forward

Es haftet auf Glas, lässt sich bei Bedarf rückstandsfrei entfernen, kann gewaschen und erneut appliziert werden. Vor zwei Jahren brachte der Schweizer Textilhersteller Création Baumann das neuartige, selbst- haftende Textil Gecko auf den Markt. Wie vielfältig die Einsatzmöglichkeiten des siliconbeschichteten, UV-beständigen Materials sind, zeigen die Ergebnisse eines Wettbewerbs.

Text: Ulrike Kunkel

Vom klassischen Sicht- und Sonnenschutz, über Schaufenstergestaltungen, Signaletik in öffentlichen Gebäuden bis hin zu innenarchitektonischen Gestaltungslösungen reichte die Bandbreite der 21 eingereichten Arbeiten von Teilnehmern aus der Schweiz, Österreich, Dänemark, Deutschland, Irland und den USA. Bemerkenswert waren dabei vor allem die kreativen Entwürfe, die das Produkt nicht nur als Problemlöser, sondern gestaltprägend einsetzten bzw. es in seinen Anwendungsmöglichkeiten »weiter dachten«.
Der Wettbewerb richtete sich an Architekten, Planer, Bauingenieure, Innenarchitekten und Designer und wurde in den drei Kategorien »Funktionalität«, »Ästhetik« und »Innovation« ausgeschrieben und vergeben. Zur fünfköpfigen Fachjury zählten Philippe Baumann, Inhaber und CEO von Création Baumann, Aurel Aebi vom Designstudio Atelier Oï in Neuveville, Daniel Zehntner vom Zürcher Designatelier Eclat, Andreas Bründler vom Basler Architekturbüro Buchner Bründler und Ulrike Kunkel von der db.
Der Preis in der Kategorie »Funktionalität« ging an Ahrens Grabenhorst Architekten aus Hannover. Das Architekturbüro wurde für die Innengestaltung von »Etz Chaim«, dem Umbau einer evangelischen Kirche zum Gemeindezentrum und zur Synagoge (s. db 3/09) der Liberalen Jüdischen Gemeinde in Hannover, ausgezeichnet. Im Synagogenraum des OG wurden 4,20 m hohe Glasscheiben mit Bahnen des weißen Hafttextils »Gecko Crypta« ausgestattet. Die Oberfläche des Textils bricht das Licht und taucht den Raum in eine samtweiche Lichtstimmung, die die architektonischen Grenzen auflöst. »Es ist ein stoffliches, diffuses Licht, das den Raum aber dennoch definiert«, so heißt es in der Begründung der Jury. Durch die Textilstruktur wird eine ungewohnt, angenehme Lichtwirkung erzeugt.
Einstimmig kürte die Jury auch das Projekt »Gecko goes kids« der Zürcher Grafikdesignerin Trix Barmettler in der Kategorie »Innovation«. Die Designerin entwarf für die Zürcher Kinderkrippe »Frechdachs« einen spielerischen Sicht- und Lichtschutz. Mit Gecko wurde ein Baukastensystem aus teils abstrahierten, teils konkreten Formen und Figuren entwickelt, mit denen die Glasfronten der Krippe von den Kindern selbst und flexibel gestaltet werden können. Je nach Lust und Laune können Collagen oder Themenwelten kreiert werden. »Hier wird Gecko zu einem Baukasten der Kreativität; ein hoch narratives Projekt, das alles hat, nach dem die kindliche Fantasie verlangt, und das Gecko über seine naheliegende Anwendung hinaus weiter denkt und entwickelt.«
In der Kategorie »Ästhetik« siegte das Projekt von Mette Ramsgard Thomsen und Aurelie Mossé, des CITA – Center for IT and Architecture. Die Kopenhagener Architekten haben mit »Ice-fern« eine hoch poetische Fensterskulptur geschaffen. Ausgehend von dem Phänomen der Eisblumen kreierten sie mit dem Hafttextil ein kristallines, dreidimensionales Muster, das sich über das Fenster zieht und die Wand erobert. »Uns überzeugte die Vielschichtigkeit, die gestalterische Umsetzung und der Objektcharakter des Projekts. Durch eine raffinierte Schnitt- und Layertechnik entsteht aus dem weichen Textil eine dreidimensionale Skulptur, die mit dem Raum und der Architektur kommuniziert«, so die Begründung der Jury. •