Architekten im Ausland

Obwohl sich die (Bau)Wirtschaft in Deutschland angeblich wieder im Aufschwung befindet, wird es auch in den nächsten Jahren hierzulande immer noch mehr Architekten geben als Möglichkeiten für diese, im ursprünglich erlernten Beruf bei einigermaßen akzeptablen Gehaltsvorstellungen zu arbeiten. Für viele stellt sich die Frage nach Alternativen. Eine ist die Anstellung im Ausland, wo es längst Dependancen größerer Büros gibt. Bewusst wollen wir aber nicht über deutsche Architekten berichten, die über ein hiesiges Büro vorübergehend ins Ausland gesendet werden. Keine der neuen »Globalplayer« also, wie man sie in Shanghai, Peking oder Dubai antrifft. Vielmehr interessierten uns all jene, die den Mut hatten, sich mehr oder weniger »allein« im Ausland niederzulassen, sei es direkt hinter der deutschen Grenze oder auch zig Kilometer, Kontinente und Kulturen entfernt. Gibt es dort Chancen für Architekten? Wie stellt sich der Arbeitsmarkt in den auserwählten Ländern dar, wie ist die Baukultur, wie sind Bauabläufe und -vorschriften, Arbeitsbedingungen und -bewilligungen. Welche Risiken erwarten einen? Kann man dort planen, was hierzulande nicht möglich ist und gleichzeitig seine Architekturhaltung verwirklichen? Lohnt der Aufwand überhaupt? – Fragen und typische Zweifel eines jeden, der den Gedanken des Auswanderns in sich trägt. Wir erkundigten uns in Ländern, die für deutsche Architekten vielversprechend klingen: in Südtirol, der Schweiz, Spanien und Frankreich, in Lettland und Irland oder auch in entfernteren Regionen wie Dubai, Südafrika und Korea. Einige der dorthin ausgewanderten oder überwiegend dort lebenden Architekten haben sich bereit erklärt, unsere Neugierde zu stillen und ihre eigenen Erfahrungen, Erlebnisse und ihren ungewöhnlichen Lebenslauf zu schildern. ~cf