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Dienende Bauten

Architektur Schwerpunkt
Dienende Bauten

Sie halten die Stadt am Leben und begegnen uns auf Schritt und Tritt. Dennoch werden dienende Bauten heutzutage gestalterisch zumeist sträflichst vernachlässigt — anders als noch Ende des 19. Jahrhunderts wie z. B. beim Wasserturm in Krefeld (fertiggestellt 1877, entworfen und geplant vom damaligen Krefelder Stadtbaumeister Johann Burkart und dem Ingenieur Bernhard Saalbach). Hier wurde die Gestaltungsaufgabe, dem riesigen Volumen des Wasserspeichers ein eigenständiges Erscheinungsbild zu verleihen, nicht ignoriert. Ganz im Gegenteil: Repräsentativ und sorgfältig komponiert, fordert die Architektur die Aufmerksamkeit der Passanten ein, ebenso wie es in dieser Epoche auch für ein öffentliches Gebäude mit vermeintlich wichtigerer Funktion — für Justiz, Bildung, Verwaltung o. Ä. — üblich war. Auf diese Weise unterstreicht die Gestaltung des vermeintlichen Zweckbaus der städtischen Trinkwasserversorgung auch seine wichtige Rolle für das Gemeinwohl.

Die im Folgenden vorgestellten gelungenen Beispiele von Bauten des Verkehrs, der Wartung und Reinigung, der Lagerhaltung und der städtischen Ver- und Entsorgung könnten im besten Fall ein Anreiz sein, der aktuellen banalisierenden Baupraxis entgegenzuwirken und nicht absurderweise so zu tun, als würde ein dienendes Gebäude nicht ebenso wie jede andere Architektur Einfluss auf unsere gebaute Umwelt nehmen. ~mh

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