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Weltweit dichtestes Fachwerk-Ensemble steht in ...

Gutachten
Weltweit dichtestes Fachwerk-Ensemble steht in …

Fachwerk-Häuser in Celle
Rund 500 Fachwerk-Gebäude bilden in Celle einen kompakten, in sich geschlossenen Altstadtkern – einmalig im internationalen Vergleich. Foto: Celle-Tourismus

In keiner anderen Stadt Europas stehen so viele Fachwerkhäuser lückenlos zusammen wie in Celle. Rund 500 Gebäude bilden einen kompakten, in sich geschlossenen Altstadtkern – einmalig im internationalen Vergleich. Das belegt nun auch ein Gutachten.

Der Architekt und Denkmalpfleger Prof. Manfred Gerner aus Fulda gilt in Deutschland als einer der profiliertesten Experten für Fachwerkbauten. Er bescheinigt Celle »eine einmalige Dichte und Konzentration mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Fachwerkbauten in einem geschlossenen Stadtensemble.« In Zahlen heißt das: Auf einem Hektar (10.000 m²) stehen
26 Fachwerkhäuser. Nur die nordfranzösische Stadt Troyes kommt auf einen ähnlichen Wert.

Blaupause für mittelalterliche Stadtplanung

Weitere Besonderheit: der älteste mittelalterliche Stadtgrundriss. Er datiert aus dem Jahre 1292 und ist nahezu im Original erhalten.  Die strenge dreiteilige Ordnung – bestehend aus Burg/Schloss, öffentlichem Bereich mit Rathaus, Kirche, Markt- und Turnierplatz sowie der geschlossenen Bürgerstadt mit Wohn- und Geschäftshäusern – hat bis heute Bestand. Laut Gutachten ebenfalls ein Alleinstellungsmerkmal im Kreis der europäischen Fachwerk-Städte.

Ältestes Haus aus dem Jahr 1526

Die heutige Celler Altstadt ist in einem Zeitraum von rund 600 Jahren entstanden. Das älteste Fachwerkhaus steht am Heiligen Kreuz 26 und stammt aus dem Jahr 1526. Zahlreiche nicht fest datierte Fachwerkbauten reichen bis in die Zeit um 1480 zurück. Die Kalandgasse mit der alten Lateinschule gilt als eine der schönsten Fachwerkgassen der Stadt. Das Hoppener Haus aus dem Jahr 1532 ist das wohl bekannteste Fachwerkhaus Celles; es steht in der Poststraße/Rundestraße und gilt als das prächtigste seiner Art.

Vom Ursprung her harmonisch

Dass die Grundstruktur der Altstadt und die denkmalgeschützten Fachwerkhäuser zumeist im Originalzustand erhalten sind, hat mehrere Gründe. Zum einen blieb die Altstadt im 2. Weltkrieg von Bombenangriffen weitgehend verschont. Zum anderen hat die historische Dreiteilung der Stadt dazu geführt, dass im bürgerlichen Teil bis heute keine öffentlichen Gebäude, z.B. Schulen, gebaut wurden. Obwohl Stockwerke, Höhe und Größe, Stile und Epochen der Bauten variieren, macht Celle laut Gutachten einen uneingeschränkt harmonischen Eindruck; das Stadtbild sei nicht künstlich harmonisiert, sondern vom Ursprung her harmonisch.

Stil-Mix aus sechs Jahrhunderten

Es ist aber vor allem ein Dreiklang, der Celles Altstadt so einzigartig macht. Die Stadt war im 17. und 18. Jahrhundert Residenz der Welfenherzöge und im 19. Jahrhundert Sommersitz des hannoverschen Königshauses. Neben der Fachwerk-Dichte kann Celle deshalb mit kunstvoll verzierten Fassaden und einem Stil-Mix aus sechs Jahrhunderten aufwarten: von der Gotik über Renaissance, Barock, Klassizismus, Eklektizismus bis zur Moderne und Postmoderne.

Fülle an Details

Eine Fülle an Details ist in der Stadt zu entdecken, wie z.B. Erker, Schriftbalken, Lade- und Kellerluken, Aufzugsbalken und Rollen, Ladeneinbauten sowie Türen, Fenster und Hofeinfahrten. Dazu kommt der farbenfrohe und aufwändige Schnitzschmuck an den Fassaden, den es in seiner Vielfalt und seinem Detailreichtum in keiner anderen Stadt gibt. Herausragend sind dabei laut Gutachten mehr als 60 Fachwerk-Gebäude, die die städtische Hauslandschaft Norddeutschlands mit einem großen Schmuckreichtum und zahlreichen Baudetails repräsentieren.

»Das Gutachten unterstreicht, dass Celle etwas ganz Besonderes und die Altstadt einmalig ist«, sagt Klaus Lohmann, Geschäftsführer der Celle Tourismus und Marketing GmbH. »Wir haben es geschafft, unser kulturhistorisches Erbe zu erhalten und mit den vielen Angeboten und Geschäften erlebbar zu gestalten.«

www.celle-tourismus.de

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