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Gerechte Raumentwicklung - ILS-Heft jetzt online verfügbar

ILS-Heft jetzt online verfügbar
Gerechte Raumentwicklung

Cover von ILS-Impulse zum Thema gerechte Raumentwicklung
Das neue Heft von »ILS-Impulse« zeigt, wie Raumentwicklung organisiert sein muss, damit Menschen vor Ort sie als gerecht empfinden. Foto: ILS

Tragen lokale Projekte zu einer gerechteren Raumentwicklung bei? Das wurde im Projekt »Relocal« untersucht. Die Ergebnisse stehen nun in einem aktuellen Heft von »ILS-Impulse« online zur Verfügung.

Ob Brexit-Referendum, Präsidentschaftswahl 2016 in den USA  oder Europawahl 2019 – der Wirtschaftsgeograf Rodríguez-Pose und viele andere haben die Wahlentscheidungen der letzten Jahre in einen neuen, räumlichen Erklärungszusammenhang gebracht: Darin zeige sich, räumlich konzentriert, die Enttäuschung und Frustration von Menschen in Regionen, die sich von der gesellschaftlichen Entwicklung zunehmend abgehängt und nicht wahrgenommen fühlen und das Vertrauen in staatliche Institutionen verloren haben.

Stärkere Einbindung lokaler Projekte

Trotz vielfältiger strukturpolitischer Maßnahmen zeigen sich auf europäischer wie auch auf nationaler Ebene anhaltende sozialräumliche Unterschiede. Das Projekt »Relocal« hat deshalb europaweit in 33 lokalen Projekten untersucht, ob die stärkere Einbindung lokaler Akteurinnen und Akteure in Raumentwickungsprozesse zu mehr räumlicher Gerechtigkeit führt.

Dr. Sabine Weck, Wissenschaftlerin am Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS), hat die Ergebnisse für die Reihe »ILS-Impulse« aufbereitet. Das aktuelle ILS-Impulse geht insbesondere der Frage nach, wie solche lokalen Projekte gestaltet sein müssen, damit sie zu einer gerechten Raumentwicklung beitragen und somit erfolgreich sind. 

»In einer Mehrzahl von Projekten zeigte sich, dass die Befragten vor Ort die untersuchten Projekte dann positiv bewerten und als einen Beitrag zum Abbau sozialräumlicher Ungleichheiten wahrnehmen, wenn sie konkrete Möglichkeiten zur Einflussnahme und auf die Umsetzung des Projekts hatten und ihr Wissen gefragt war«, so Weck.

Potenziale erkennen und mobilisieren

Es kommt also stark darauf an, wie Stadt- oder Regionalentwicklungsprojekte konzipiert und durchgeführt werden, damit Menschen diese als »gerecht« empfinden – und das Gefühl haben, ihre Stimme werde gehört. Dabei kommt es aber nicht nur auf die Ausgestaltung vor Ort an. »Wichtig ist eine übergeordnete Politik, die solche Gestaltungsmöglichkeiten langfristig und stringent ermöglicht«, so die Wissenschaftlerin.

Die Potenziale einer Region zu erkennen und zu mobilisieren ist ein Schlüssel, um Ungerechtigkeiten abzubauen. »Unter den Bedingungen anhaltender räumlicher Ungleichheiten geht es immer um beides: eine stärkere Eigenverantwortung für die Entwicklung vor Ort und um strukturpolitische Umverteilung«, so Weck.

Das Heft »Eine Frage der Gerechtigkeit« ist jetzt online verfügbar.

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