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Bergbaustadt auf Wanderschaft

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Bergbaustadt auf Wanderschaft

Das nordschwedische Kiruna ist eins der Zentren des weltweiten Eisenerzabbaus. In industriellem Maßstab werden hier seit etwa 1890 Erze gefördert, das Tagebauunternehmen LKAB ist bis heute einer der größten Arbeitgeber der Region. 2004 wies das Unternehmen die Stadt Kiruna auf weitere Erzvorkommen unter dem heutigen Stadtzentrum hin. Das Ergebnis: Bis 2035 wird die Stadt mitsamt einem Großteil ihrer 23 000 Einwohner umziehen. Vor einem Jahr ging das schwedische Büro White arkitekter mit seinem Masterplan siegreich aus einem Wettbewerb [6] hervor, dem die Stadt im Großen und Ganzen folgen wird. Der Plan sieht vor, die Stadt Schritt für Schritt nach Nordosten zu verlegen, entlang der existierenden Hauptachse der Stadt, dem Malmvägen (Erzstraße). Hier wird der Bahnhof liegen, das Rathaus und das samische Parlament. Für die 100-Jahres-Perspektive sind Erweiterungen nach Norden und Süden vorgesehen. Ein wichtiger Punkt für die Bewohner ist die Nähe zur Natur, deshalb sind die Wohnviertel dicht geplant mit direktem Zugang zur Landschaft. Auch ein Park wird auf den frei werdenden Flächen entstehen, der als Puffer zwischen Tagebauzone und Wohngebieten Raum für Freizeitgestaltung bieten, aber auch eine historische Rentier-Route wieder freigeben wird. Ende August wurde der Bahnhof zur Überraschung nichtsahnender Touristen vor die Stadt verlegt, nun wird das neue Rathaus [7/8] von Henning Larsen Architects gebaut. In skandinavischer Tradition ist es offen gestaltet und verschränkt politische mit kultureller Nutzung. Der zentrale Bauteil erinnert an das allgegenwärtige Eisenerz der Region und ist umgeben von einem gläsernen Ring, der sowohl mehr Tageslicht ins Innere gelangen lässt als auch windschnittiger ist. ~dr

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