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Stuhl-Geschichten

Warum dieser Stuhl? Hrsg. von Karen Donndorf und Egon Chemaitis. 269 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. Kartoniert, 30 Euro, 48 sFr. Niggli Verlag, Sulgen, 2007 Mein liebster Stuhl. Von Architekten, Designern und ihren liebsten Stühlen. Hrsg. von Sandra Hofmeister. 224 Seiten mit 200 Farbfotos und Skizzen. Gebunden, 29,95 Euro Callwey Verlag, München, 2008

~Mathias Remmele

Stühle sind ein unerschöpfliches Thema. Das wissen auch Verlage. Deshalb beglücken sie das Publikum mit immer wieder neuen Nischenangeboten zu diesem Dauerbrenner. In zwei jüngst erschienen Publikationen geht es beispielsweise darum, was professionell mit Gestaltung beschäftigte Zeitgenossen zu bestimmten Stühlen zu sagen haben. Das könnte interessant sein.
Der Band »Warum dieser Stuhl? Gestalter über Gestaltung« geht auf eine 2005/06 durchgeführte Veranstaltungsreihe an der UdK Berlin zurück. Er gibt in Wort und Bild Podiumsgespräche zwischen zwei Moderatoren und zwei Gästen wieder, die jeweils einen Stuhl mitbrachten, der dann als Aufhänger für die Diskussion diente. Das mag, live erlebt, eine kurzweilige und phasenweise spannende Gesprächsrunde ergeben haben, aber will man das wirklich über viele Seiten nachlesen? In gedruckter Form kommen die Diskussionen, auch wenn der Klappentext verspricht, »die Essenz dieser Veranstaltung« wiederzugeben, stellenweise eben doch arg langatmig daher und natürlich nutzen die Protagonisten das Forum für Selbstdarstellungen, die mit Stühlen oft nichts mehr zu tun haben.
Das zweite Buch heißt »Mein liebster Stuhl«. Es stellt, wie es im Einführungstext heißt, »nicht den Stuhl an sich ins Zentrum, sondern die Anekdoten, die Architekten, Designer und Künstler über Stühle erzählen«. Über hundert dieser Leute aus vielen Teilen der Welt haben zu dieser in ihrer Form recht unverbindlichen Geschichtensammlung Texte und Bilder beigesteuert. Darunter findet man den einen oder anderen gehaltvollen und erhellenden Beitrag – insgesamt aber sind hier einfach zu viele schlecht erzählte Belanglosigkeiten versammelt, um ein völlig uninspiriert gestaltetes Buch mit immerhin 224 Seiten zu rechtfertigen. Wen in aller Welt soll es interessieren, wenn irgendwelchen Jung-Gestaltern auf die Frage nach dem liebsten Stuhl nichts anderes als ein »wir arbeiten dran« einfällt? Nur ein strenges Lektorat hätte diese Publikation gerettet.
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