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Self Service City: Istanbul

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Self Service City: Istanbul

Herausgegeben von Orhan Esen und Stephan Lanz 424 Seiten, Format 15,5 x 23 cm, mit zahlreichen Abbildungen. Kartoniert, 16 Euro. b_books, Berlin, 2005

Istanbul ist in den letzten fünfzig Jahren von einer auf zehn Millionen Einwohner gewachsen, vor allem durch Zuwanderung aus dem Hinterland, seit den neunziger Jahren aber auch durch internationale Migration. Von Mitteleuropa aus betrachtet ist Istanbul die geografisch am nächsten gelegende Stadt, die Züge einer Megalopolis aufweist, und daher lag es auf der Hand, dass die Urbanistik nach Lagos, Bombay und Shanghai den Blick auch dorthin wendet.
In diesem Buch geht es um die Gecekondus genannten, spontan und meist illegalen errichteten Siedlungen, die von den Arbeitsmigranten gebaut werden. Die Autoren untersuchen die vielen Facetten der Migrationsbewegungen, zeichnen Wege in die Integration nach und berichten darüber, welche Vorteile sich aus dem System der Gecekondus ergeben, ohne die Nachteile zu beschönigen. So entsteht anhand dieses spezifischen Istanbuler Phänomens ein differenziertes Bild der jüngeren Stadtgeschichte, der städtischen türkischen Gesellschaft, des Verhältnisses von Stadt und Land und auch des Selbstverständnisses dieser Stadt. Im Vorwort wird eine Parallele zu Berlin gezogen, das ebenfalls eine große Zahl türkischer Arbeitsmigranten beherbergt – und stellenweise ähnliche Probleme mit deren Integration hat.
Anders als bei vielen Publikationen über Megastädte, richtet dieses Buch den Blick nicht nur von außen auf die Stadt: Zum großen Teil kommen türkische oder türkischstämmige Autoren zu Wort. Sie zeigen, dass Istanbul neben seiner Vergangenheit, Byzanz und Konstantinopel, mit den Gecekondus ein weiteres wichtiges Thema bietet, das verdient, genau beachtet zu werden. Maren Harnack
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