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Ostmoderne. Architektur in Berlin 1945 – 1965

Von Andreas Butter und Ulrich Hartung. 128 Seiten, ca 150 Abbildungen, kartoniert. 22 Euro, 37,50 sFr. Jovis Verlag, Berlin, 2004

Die DDR-Moderne ist nicht bloß an den Maßstäben des globalen Modernismus zu messen, sondern als eigenständiger Beitrag zur Diskussion dieser Parameter zu verstehen: Dies ist die Ausgangsthese des vorliegenden Buches. Dass zwischen dem »sozialistischen Realismus« der Stalinallee und dem planwirtschaftlichen Diktat der »Platte« reichlich Platz für durchaus respektable Architekturen war, zeigen die Autoren auf angenehm unprätentiöse Art. Nachdem jene kulturpolitische Etappe, die polemisch als »Kulinatra« eingedeutscht wurde, überwunden war, offenbart sich die Ende der 50er Jahre geplante Karl-Marx-Allee als ein qualitativ übergreifendes Konzept, basierend auf einer Komposition von Wohnscheiben inmitten eines fließenden und überaus großzügigen Freiraums. Hier ist der Versuch unternommen worden, den monumentalen »Schaft« der Stalinallee weder unkritisch weiterzubauen noch komplett zu negieren, sondern behutsam und interpretierend fortzuentwickeln. Als Ausdruck einer gewissen Autonomie werden beispielsweise das schwungvoll-filigrane Parkcafé am Weinberg von Hans Jährig (1957) oder der reduzierte Kubismus der Poliklinik in Friedrichshain von Gustav Hassenpflug und Johannes Pässler (1949 – 52) gewertet. Augenscheinlich sind im Ostteil Berlins spezifische Qualitäten entstanden, die ihre Wurzeln auch in einer kritischen Selbstreflexion der Moderne haben mögen. Doch lässt sich ein solches Fazit nicht verallgemeinern: Zu heterogen und ambivalent sind die Hinterlassenschaften des »Bauwesen« der DDR. Robert Kaltenbrunner
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