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Berlin

Photographien von Gerrit Engel. 234 Berliner Bauwerke in chronologischer Folge von 1230 bis 2008. 278 Seiten mit 234 farbigen Abb. Mit einer Einleitung von Matthias Sauerbruch und baugeschichtlichen Kommentaren von Detlef Jessen- Klingenberg, gebunden, 78,00 EUR. Schirmer/Mosel, München 2009

~Peter Struck

Zum 20. Jahrestag des Mauerfalls erschien Gerrit Engels Fotoband zur Architekturgeschichte Berlins. Das Werk spannt einen Bogen von der Nikolaikirche bis zu David Chipperfields Galerie am Kupfergraben und erhebt den Anspruch, enzyklopädisch die wichtigsten erhaltenen Bauwerke der Stadt zu versammeln und auf Stadtplänen zu verorten.
Entstanden ist kein fotografischer Prachtband, vielmehr ein architektonischer Führer im Großformat: Doch die neutrale Folie des durchgehend grauen Himmels erzeugt nicht selten eine triste, mitunter morbide Stimmung. Die Standpunkte der scheinbar objektiven Aufnahmen sind dabei meist subjektiv gewählt: Manche Bauten sind nur auf den zweiten Blick zu erkennen, andere ohne Bildunterschriften kaum zuzuordnen. Insgesamt erscheinen die Bildausschnitte eher willkürlich, verfälschen nicht selten die architektonische Aussage, wenn etwa Le Corbusiers Betonriegel Unité d´habitation im Hochformat nur zu einem Viertel zu sehen ist.
Der Band vermittelt in erster Linie das Bild einer Stadt im Umbau, da die Architektur oft in einen unnötigen Dialog mit Baustellen und Containern tritt. Vielleicht hätte sich Gerrit Engel mehr Zeit nehmen sollen, um Bauwerke nicht während der Sanierung ablichten zu müssen. Vollkommen unnötig ist eine Aufnahme vom Palast der Republik, der bereits zur Hälfte demontiert ist.
Auch die Auswahl der Gebäude will nicht recht überzeugen. Sattsam bekannte Inkunabeln wechseln sich ab mit persönlichen Motiven. Doch gerade hier gelingen poetische, fast surreale Bilder. Die Stärke dieser Aufnahmen liegt im künstlerischen Blick, der weit entfernt ist von klassischer, bisweilen aseptischer Architekturfotografie. Anders deklariert und ausgewählt könnte diese subjektive Sicht der Architektur als eigenständiges Werk bestens funktionieren.
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